Amtsinhaber gesteht Niederlage ein
Grünen-Kandidat siegt bei Münchner OB-Wahl Stand: 22.03.2026 • 20:11 Uhr München bekommt einen
Grünen Oberbürgermeister - bei der Stichwahl liegt
Dominik Krause klar vor Amtsinhaber Reiter von der
SPD. Dieser gestand bereits seine Niederlage ein. Klar ist zudem: Auch in
Augsburg gibt es einen Machtwechsel. Kommunalwahl-Finale in 29 bayerischen Landkreisen und mehr als 250 Städten in Bayern: Bei den Stichwahlen wurde am Sonntag entschieden, wer Oberbürgermeister, Bürgermeister oder Landrat wird. Stichwahl in München: Reiter verliert gegen Krause Mit besonderem Interesse wurde der Ausgang in München erwartet, wo Amtsinhaber
Dieter Reiter (
SPD) in der ersten Runde vor zwei Wochen von den Wählern einen Denkzettel bekommen hatte. Bei der Stichwahl gelingt Herausforderer
Dominik Krause die Sensation: Der 35-jährige Grüne liegt nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Gebiete mit rund 57 Prozent deutlich vorne, Reiter kommt nur auf rund 43 Prozent. Der
SPD-Politiker räumte seine Niederlage ein: "Ich habe es verbockt, es war meine Schuld", sagte Reiter vor seinen Anhängern. Es sei der letzte Tag seiner politischen Karriere. Erstmals bekommt München damit einen
Grünen-OB. Er fühle sich sehr geehrt und danke den Münchnern für das Vertrauen, erklärte Krause, der bislang zweiter Bürgermeister ist. In der Stadt habe zuletzt eine besondere Atmosphäre geherrscht, "es war Aufbruch, es war Erneuerung". Es sei "der Wahnsinn, dass die Münchnerinnen und Münchner auch genauso abgestimmt haben". Reiter trat nach Druck von FC-Bayern-Posten zurück In der ersten Runde hatte Reiter bereits mehr als zwölf Prozentpunkte gegenüber 2020 verloren – wohl auch wegen der Affäre um seine Ämter beim FC Bayern München. Der
Grünen-Erfolg bei der Stichwahl ist eine herbe Niederlage für die Sozialdemokraten, die seit 42 Jahren das Stadtoberhaupt in München stellen. Lange galt Amtsinhaber Reiter als unangefochtener Favorit. Doch dann wurde bekannt, dass er schon seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat bekommen hatte und sich dies nicht – wie er es hätte tun müssen – vom Stadtrat genehmigen ließ. Vor allem wegen seines Umgangs damit stand Reiter massiv in der Kritik. Nach großem öffentlichem Druck räumte er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirates und auch von dem des Aufsichtsrates, den er gerade erst übernommen hatte, zurück. König gewinnt in Nürnberg, Weber in
Augsburg abgewählt In Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg kam es zur Stichwahl zwischen Amtsinhaber Marcus König von der CSU und dem
SPD-Herausforderer Nasser Ahmed, der mit einer kontroversen Kampagne im Wahlkampf versucht hatte, zu punkten. Im ersten Wahlgang lag König fast 20 Punkte vor dem
SPD-Herausforderer. Bei der Stichwahl setzte sich der Favorit durch: Marcus König kommt nach Auszählung aller Stimmen auf 55,5 Prozent. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Stadt, dass ein CSU-Oberbürgermeister wiedergewählt wird. Nürnberg galt lange als
SPD-Hochburg. Einen Machtwechsel gibt es in
Augsburg, wo Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in der Stichwahl gegen den
SPD-Kandidaten Florian Freund antreten musste. Sie hatte in der ersten Runde noch einen deutlichen Vorsprung. Bei der Stichwahl gewann indes der Herausforderer, nach Auszählung aller Stimmen kommt
SPD-Kandidat Freund auf rund 56,6 Prozent. Auch in Regensburg setzte sich ein
SPD-Kandidat durch. Thomas Burger gewann gegen Konkurrentin Astrid Freudenstein (CSU). Beim ersten Urnengang am 8. März lag Freudenstein noch vorn. Burger übernimmt von Parteigenossin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die nicht wieder antrat. Grüne verpassen Sieg in Bamberg, Erfolg für Freie Wähler in Kempten Spannung versprach die Oberbürgermeisterwahl in Bamberg. In der oberfränkischen Stadt lag mit Jonas Glüsenkamp in der ersten Runde ein Grüner knapp vor dem
SPD-Kandidaten Sebastian Martins Niedermaier. Dieser konnte bei der Stichwahl das Blatt wenden, Niedermaier gewann mit 56,7 Prozent. Der bisherige OB Andreas Starke (
SPD) war nach zwei Jahrzehnten im Amt nicht wieder angetreten. Auch die Freien Wähler konnten Erfolge bei den OB-Stichwahlen in Bayern verbuchen. In Kempten ist der amtierende OB Thomas Kiechle (CSU) abgewählt, Herausforderer Christian Schoch von den Freien Wählern holte in der Stichwahl 55 Prozent der Stimmen. In Schwabens zweitgrößter Stadt endet damit eine Ära: 30 Jahre stellte die CSU den Oberbürgermeister in Kempten, Amtsinhaber Kiechle ist seit 2014 im Amt. Und Michael Fritz (Freie Wähler) wird neuer Oberbürgermeister in Amberg. Er kam auf 54,6 Prozent der Wählerstimmen und setzte sich damit gegen Herausforderer Stefan Ott (CSU) durch. In den Landkreisen standen sich in gleich 20 von 29 Stichwahlen Bewerber von CSU und Freien Wählern gegenüber. Die CSU sicherte sich schon in der ersten Runde 25 Landratsposten, die FW fünf, einen die
SPD. Zwei im Amt bestätigte Landräte traten für Freie Wählergemeinschaften an, fühlen sich zugleich aber der FW-Partei zugehörig. Mit besonderer Spannung wurde unter anderem die Entscheidung im Berchtesgadener Land erwartet, traditionell in CSU-Hand. In die Stichwahl ging der FW-Landtagsabgeordnete Michael Koller als Führender, Franz Rasp (CSU) hatte vor zwei Wochen 3,5 Punkte weniger. Koller setzte sich bei der Stichwahl nun klar durch, er kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 65 Prozent. Die
Grünen hofften auf einen Sieg im Landkreis Landsberg am Lech: Dort lag ihre Kandidatin Daniela Groß im ersten Wahlgang hauchdünn hinter Amtsinhaber Thomas Eichinger (CSU), dessen Ergebnis gegenüber 2020 einbrach. Bei der Stichwahl setzte sich die
Grünen-Kandidatin klar nun durch. Im Landkreis Miesbach gewann Jens Zangenfeind von der dortigen Freien Wählergemeinschaft mit großem Vorsprung gegen Franz Schnitzenbaumer (CSU/Junge Union). "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!