Trump lässt Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur aussetzenDer amerikanische Präsident
Donald Trump hat mitgeteilt, dass er aufgrund von „sehr guten und konstruktiven" Gesprächen mit
Teheran über die „vollständige und endgültige Beilegung der Kampfhandlungen“ die Pläne für Angriffe auf iranische Kraftwerke vertagt habe. Details über die Gespräche in den vergangenen zwei Tagen, die von iranischer Seite dementiert wurden, nannte er in seinem Beitrag auf Truth Social am Montag nicht. Am Montagabend amerikanischer Zeit wäre ansonsten ein amerikanisches Ultimatum wegen der Blockade der
Straße von Hormus durch
Iran ausgelaufen. Trump teilte mit, er habe das „Kriegsministerium“ angewiesen, „jegliche militärischen Angriffe gegen iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für einen Zeitraum von fünf Tagen auszusetzen, sofern die andauernden Gespräche erfolgreich verlaufen". Die Gespräche sollen in dieser Woche fortgesetzt werden. Die Ankündigung beflügelte die Aktienmärkte und ließ den Ölpreis einbrechen. Der Dax machte einen Satz nach oben und legte in der Spitze um 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte zu. Auch der EuroStoxx50 drehte ins Plus und gewann zeitweise mehr als drei Prozent. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent brach in der Spitze mehr als 14 Prozent auf 96,00 Dollar je Barrel ein.Trump hatte
Iran am Samstag gedroht, sollte das Regime die Meerenge nicht binnen 48 Stunden wieder für den Schiffsverkehr freigeben, würden die Vereinigten Staaten iranische Kraftwerke zerstören. Das iranische Militär hatte das Ultimatum beantwortet, indem es mit einer langfristigen Blockade der
Straße von Hormus drohte, die seit Beginn des
Iran-Krieges am 28. Februar von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert wird. Zudem hatte
Iran mit Angriffen auf Kraftwerke und Energieinfrastruktur in
Israel und den Golfstaaten gedroht. Martin FrankeSara WagenerIsraelischer Angriff auf Stützpunkt in TeheranDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen von der
Basidsch-Miliz genutzten Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden in
Teheran angegriffen. Der Angriff vom Montag sei „Teil der aktuellen operativen Phase, die darauf abzielt, die zentralen Systeme und Sicherheitsfähigkeiten des iranischen Terrorregimes weiter zu schwächen“, teilte die israelische Armee mit. Erst kürzlich hatte
Israel unter anderem den Chef der
Basidsch-Miliz,
Gholamresa Soleimani, getötet.Die USA und
Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf
Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des
Iran-Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.
Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf
Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Sara WagenerZwei weitere indische Tanker passieren Straße von HormusZwei weitere unter der Flagge Indiens fahrende Tanker haben nach indischen Angaben die von
Iran faktisch blockierte
Straße von Hormus passiert. Die „Jag Vasant“ und die „Pine Gas“, die zusammen etwa 92.000 Tonnen Autogas (LPG) geladen haben, würden voraussichtlich zwischen Donnerstag und Samstag indische Häfen erreichen, erklärte das indische Schifffahrtsministerium am Montag. Zwei weitere indische Tanker hatten die strategisch und wirtschaftlich wichtige
Straße von Hormus bereits zuvor passiert.Seit Beginn des
Iran-Krieges am 28. Februar ist der von den iranischen Revolutionsgarden kontrollierte Seeweg, über den rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, faktisch gesperrt. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion infolge der Angriffe der USA und Israels auf
Iran ließen die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe schnellen.Sara WagenerIsraels Außenminister kritisiert deutschen Botschafter scharfIsraels Außenminister Gideon Saar hat scharf auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert – und dafür Widerspruch aus Berlin geerntet. „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen“, schrieb Saar auf der Plattform X. „Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird.“ Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für
Israel vor.Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hizbullah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland und erwähnte dabei auch, dass es zuvor zum Tod eines Siedlers gekommen war.Wegen der Kritik an Siedlergewalt warf Saar Seibert „Besessenheit“ vor, die ihn hindere, den Tod eines Juden durch Palästinenser zu verurteilen.Das Auswärtige Amt in Berlin stellte sich klar hinter den Botschafter. „Es ist ganz klar, dass es auch die Aufgabe unseres Botschafters ist, Themen anzusprechen, bei denen wir Differenzen haben“, sagte ein Sprecher. Außenminister Johann Wadephul (CDU) habe Saar am Sonntagabend angerufen und betont, dass Seibert ein überzeugter Unterstützer Israels sei. „Damit ist die Sache auch ausgeräumt“, ergänzte der Sprecher. Magdalena TröndleBericht: Witkoff und Kushner führen Verhandlungen Nach Darstellung des amerikanischen Präsidenten sind die Verhandlungen mit
Iran zur Beendigung des Krieges weit fortgeschritten. Der Abschluss eines Abkommens stehe möglicherweise kurz bevor, sagte
Donald Trump am Montag vor Reportern in Florida. Sein Nahost-Gesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner hätten am Sonntag mit Vertretern der Islamischen Republik gesprochen, die Verhandlungen sollten noch diesen Montag fortgesetzt werden.
Teheran dementiert die Gespräche. Nach Informationen des Nachrichtenportals „Axios“ verhandeln Witkoff und Kushner mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Baker Kalibaf. Vermittler versuchten, noch in dieser Woche ein Treffen mit Kalibaf, Witkoff, Kushner sowie dem amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance in Islamabad einzuberufen, berichtete „Axios“ unter Berufung auf eine israelische Quelle. Magdalena TröndleMerz: Habe Trump Bedenken gegen Angriffe vorgetragen Bundeskanzler Friedrich Merz hat den amerikanischen Präsidenten
Donald Trump nach eigenen Angaben vor Angriffen auf iranische Kraftwerke gewarnt. Er habe am Sonntag mit Trump telefoniert und ihm seine „Bedenken im Hinblick auf die angekündigten Angriffe auf die Kraftwerke im
Iran vorgetragen“, sagte der CDU-Politiker am Montag. „Ich bin dankbar, dass er heute gesagt hat, dass er das noch einmal um fünf Tage verschiebt.“ Trump habe nun die Möglichkeit für unmittelbare und direkte diplomatische Kontakte mit der iranischen Führung eröffnet, fügte der Kanzler hinzu. Magdalena TröndleIsraels Militär: Angriffe im Zentrum von
Teheran Israel greift nach eigenen Angaben
Teheran an. Die Attacken richteten sich auf das Zentrum der iranischen Hauptstadt, teilte das Militär mit.Friederike Böge, KorrespondentinTeheran dementiert Gespräche mit den USAIran hat der Darstellung Donald Trumps widersprochen, wonach es in den vergangenen beiden Tagen „sehr gute und konstruktive Gespräche“ zwischen Amerika und
Iran gegeben habe. Das Außenministerium in
Teheran teilte laut der Nachrichtenagentur Mehr mit: „Es gibt keine Gespräche zwischen
Teheran und Washington.“Die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten müssten als Versuch gewertet werden, die Energiepreise zu senken „und Zeit für seine militärischen Pläne zu gewinnen“. Es gebe Bemühungen von Ländern in der Region zur Deeskalation. Teherans Antwort darauf sei: „Wir sind nicht diejenigen, die den Krieg begonnen haben. Alle solche Anfragen sollten an Washington gerichtet sein.“Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Fars eine „iranische Quelle“ mit der Aussage zitiert: „Es gibt weder direkten Kontakt zu Trump noch über irgendwelche Vermittler. Trump hat zurückgezogen, nachdem er gehört hat, dass unsere Angriffsziele alle Kraftwerke in Westasien sein würden.“Iranische Staatsmedien reagierten mit Genugtuung auf die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, wonach das amerikanische Militär vorerst keine iranischen Kraftwerke bombardieren werde. Das Staatsfernsehen kommentierte: „Trump rudert nach Irans entschlossener Warnung zurück.“
Teheran hatte unter anderem mit Vergeltungsschlägen auf Kraftwerke in der Region gedroht. Magdalena TröndleUS-Flugzeugträger legt für Reparaturen auf Kreta an Der größte Flugzeugträger der US-Marine, die „USS Gerald R. Ford“, ist in die Souda-Bucht auf Kreta eingelaufen. Nach Angaben aus Militärkreisen wird das Schiff auf dem Marine- und Luftwaffenstützpunkt dort repariert. Während des Einsatzes im Roten Meer hatte es an Bord einen Brand gegeben. Nach Angaben der US-Marine brach das Feuer Anfang März in der Wäscherei aus. Es stand nicht im Zusammenhang mit Kampfhandlungen und konnte unter Kontrolle gebracht werden. Susanne KusickeChina warnt vor „unkontrollierbarer Lage“ in NahostChina hat nach dem jüngsten Ultimatum des US-Präsidenten an
Iran vor einer weiteren Eskalation gewarnt. „Sollte sich der Krieg ausweiten und die Lage sich erneut verschlechtern, könnte die gesamte Region in eine unkontrollierbare Situation stürzen“, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums vor Journalisten.Peking ist zwar ein Verbündeter der Führung in
Teheran, erklärte aber auch, dass China die iranischen Angriffe auf Golfstaaten, in denen sich US-Militärstützpunkte befinden, „nicht gutheißt“. Trump wollte im März nach Peking reisen, die Reise wurde jedoch wegen des Irankriegs verschoben. Susanne KusickeMilitär: Israeli starb durch israelischen BeschussEin Landwirt in einem israelischen Kibbuz an der Nordgrenze des Landes ist durch versehentlichen Beschuss des israelischen Militärs getötet worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine vorläufige Untersuchung der Armee, nachdem zunächst von Raketenbeschuss der proiranischen Hizbullah-Miliz im Libanon ausgegangen worden war.„Das ist ein sehr schwerwiegender Vorfall“, sagte Generalmajor Rafi Milo, der Kommandeur der Truppen im Norden. Der Landwirt sei am Sonntag während eines Einsatzes zur Unterstützung israelischer Truppen im Südlibanon durch das Feuer der eigenen Streitkräfte getötet worden. Es sei zu mehreren schwerwiegenden Fehlern und Versäumnissen gekommen. Milo kündigte eine gründliche Untersuchung des Vorfalls an. Sebastian ReuterIran: Neue Überraschungen sind auf dem Weg
Iran hat im Krieg mit
Israel und den USA nach eigener Darstellung noch nicht alle seine militärischen Kapazitäten ausgeschöpft. „Der Feind soll wissen, dass neue Überraschungen auf dem Weg sind“, sagte Abdullah Hadschi-Sadeghi, ein religiöser Vertreter der mächtigen Revolutionsgarden am Montag.Die Islamische Republik werde sich niemals ergeben, zitierte ihn die mit den Revolutionswächtern verbundene Nachrichtenagentur Tasnim. „Wir sind in einer Schule erzogen worden, die Kapitulation als Erniedrigung betrachtet“, sagte Hadschi-Sadeghi. Unterdessen führt ein Angriff auf die iranische Südküste oder die Inseln des Landes nach Angaben des iranischen Verteidigungsrates zur Verminung der Seewege im Golf. Jeder Versuch eines Angriffs habe den Einsatz verschiedener Seeminen zur Folge, darunter auch von der Küste ausgesetzte treibende Minen, heißt es in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung. In diesem Fall werde der gesamte Golf für lange Zeit unpassierbar sein. Hintergrund ist ein Bericht des Nachrichtenportals „Axios“, wonach die USA eine Blockade oder Besetzung der wichtigsten iranischen Ölexport-Insel Kharg erwägen, um eine Öffnung der
Straße von Hormus zu erzwingen. Nicht kriegführende Staaten können die Meerenge dem Rat zufolge weiterhin nur nach vorheriger Abstimmung mit
Iran passieren. Susanne KusickeHizbullah beansprucht mehr als 60 Angriffe auf
Israel für sich Die von
Iran unterstützte Hizbullah-Miliz in Libanon hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf
Israel für sich beansprucht. Hizbullah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit. Die ausgeweiteten Angriffe auf
Israel seien auch eine Antwort auf dessen „systematische Angriffe auf wichtige Straßen und Brücken“ in Libanon. Die israelische Armee greift in dem Land seit mehreren Tagen wichtige Brücken, Straßen und Tankstellen an.
Israel wirft der mit
Iran verbündeten Hizbullah vor, über die Brücken Waffen zu schmuggeln. Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden drei von fünf wichtigen Brücken, die über den Litani-Fluss führen, zerstört. Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach von einem Versuch Israels, die Region im Süden vom Rest des Landes „abzuschneiden“ und eine Pufferzone entlang der Grenze aufzubauen. Sebastian ReuterDax setzt Talfahrt nach Trump-Ulitmatum fort Der Dax hat seine Talfahrt zu Wochenbeginn fortgesetzt. Angesichts der Ängste vor einem weiter eskalierenden Irankrieg büßte der deutsche Leitindex am Montag im frühen Handel 1,87 Prozent auf 21.961 Punkte ein. Damit rutschte er erstmals seit dem Zoll-Schock von US-Präsident
Donald Trump im April 2025 unter die Marke von 22.000 Punkten.Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Montagmorgen um weitere 2,34 Prozent auf 27.145 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,6 Prozent. In Asien standen nach dem Ultimatum von Trump an
Iran noch deutlichere Kursabschläge zu Buche.In der Nacht zum Sonntag hatte der US-Präsident der iranischen Führung mit der Zerstörung von Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die
Straße von Hormus vollständig öffnen.
Teheran drohte seinerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge. Zuletzt hatte
Iran einigen ausgewählten Handelsschiffen die Durchfahrt durch die für den Ölhandel wichtige Meerenge erlaubt. Mehr ladenTickarooLive Blog Software