1. Trump und die
NATO – es ist kompliziertDonald Trump denkt nach, heißt es, und das bedeutet meist nichts Gutes. Diesmal grübelt er öffentlich, ob er noch in der
NATO bleiben möchte. Schon seit Tagen ärgert er sich, dass seine Bündnispartner ihm nicht im Krieg gegen
Iran folgen wollen. »Holt Euch Euer eigenes Öl«, motzte er (hier mehr ). Durch den Konflikt ist die Straße von Hormus und damit die wichtigste Seepassage für Öl-und Gaslieferungen blockiert. Nun erzürnt ihn offenbar, dass verschiedene EU-Länder ihm untersagen wollen, US-Basen auf ihrem Staatsgebiet zu nutzen. Zuletzt hatte die Trump eigentlich sehr zugeneigte italienische Regierung geblockt.Er zweifele an der Glaubwürdigkeit des Verteidigungsbündnisses, sagte Trump in einem Interview mit der britischen Zeitung »The Daily Telegraph«. Hallo? Kann bitte jemand dem mächtigsten Mann der Welt den Unterschied zwischen Verteidigung und Angriff erklären?US-Außenminister
Marco Rubio hat begleitend dazu dem Sender »
Fox News« sein Verständnis der
NATO dargelegt. Der Nutzen des Bündnisses habe darin bestanden, in Europa Stützpunkte zu haben, die es dem US-Millitär ermöglichten, »Macht in verschiedenen Teilen der Welt auszuüben.« (Hier mehr dazu).Tatsächlich wäre es für die USA sehr kompliziert, sich aus der
NATO zu verabschieden. Insofern sind das erst mal nur Gedanken, die aber trotzdem schon eine Wirkung haben. In Moskau sitzt ziemlich sicher gerade Wladimir Putin und reibt sich die Hände.Lesen Sie hier mehr: Trump denkt offenbar über
NATO-Austritt der USA nach 2. Reiseziel MondBei den ersten Mondflügen war ich leider noch nicht geboren. Fasziniert haben sie mich trotzdem. Den »
Apollo 13« Film mit Tom Hanks habe ich mehrmals geguckt, die Doku ebenso, die beiden »Tim und Struppi«-Bände, in denen er zum Mond reist, als Kind verschlungen. Sie können sich denken, wie gespannt ich auf den Start der Artemis-Mission bin. Heute Nacht 00:24 deutscher Zeit starten – wenn nicht doch in letzter Sekunde ein Defekt an der Rakete erkannt wird – zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder Menschen zum Mond. Landen werden die vier Raumfahrerinnen und Raumfahrer dort diesmal nicht, sondern sie umrunden den Mond. Dabei aber werden sie weiter von der Erde wegfliegen als je Menschen zuvor. (Hier im 3-D-Modell ).Mein Kollege Christoph Seidler begleitet die Vorbereitungen auf den Flug seit Jahren. Er sagt: »Die Mission ist historisch, aber auch nicht ohne Risiko. Weder mit der Rakete noch mit der Raumkapsel sind jemals zuvor Menschen geflogen. Ich mache mir vor allem Gedanken darüber, ob bei der Rückkehr zur Erde der Hitzeschild hält.« (Hier mehr dazu ).Dem Start sieht Christoph gespannt entgegen: »Die Crew und ihre Familien haben jahrelang auf diesen Moment gewartet, die Raumfahrtinteressierten in aller Welt auch. Hoffentlich geht's jetzt mal los.«Hier geht’s zu unserer Live-Analyse – natürlich auch mit Christoph an der Tastatur: So läuft die erste Mondmission seit 1972 3. Der Apfel ist überallErinnern Sie sich noch daran, wie das Internet in ihre Hosentasche kam? Oder ihre gesamte Musikbibliothek? Apple hat im Laufe der Jahrzehnte allerhand Geräte entwickelt, doch zwei veränderten unser Leben besonders heftig: iPod und iPhone. Heute wird die Firma, die einst von drei Tüftlern in einer kalifornischen Garage gegründet wurde, 50 Jahre alt. Meine Kollegin Anna-Lena Schou und mein Kollege Matthias Kremp gratulieren mit einer kleinen Zeitreise. In vielen Bildern und einer animierten Grafik zeigen sie die Geschichte eines Unternehmens, das wie Welt geprägt hat (hier mehr dazu ).Sie erzählen außerdem von Fehlschlägen oder Intrigen in der Unternehmensführung, etwa, wie Steve Jobs, einst Gründer, vorübergehend aus der Firma gedrängt wurde. 2011 erlag Jobs seinem Krebsleiden. Sein Nachfolger Tim Cook machte Apple zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt: »Der Aktienkurs lag bei seiner Amtseinführung bei rund zwölf Dollar, heute wird das Papier nach zwei Aktiensplits (2014 und 2020) mit etwa 250 Dollar bewertet«, schreiben Matthias und Anna-Lena.Am Ende des Artikels haben die beiden eine interaktive Grafik, bei der die Einführung einzelner Produkte mit der Aktienentwicklung verknüpft werden. Falls Sie zu der Sorte Mensch gehören, die sich darüber ärgert, nicht rechtzeitig in bestimmte Unternehmen investiert zu haben, sollten sie besser vorher mit dem Lesen aufhören.Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Die Garagenbude, die zum Billionenkonzern wurde Was heute sonst noch wichtig istSpritpreise springen um 12 Uhr deutlich nach oben: So mancher erwartete, dass die neue Einmal-täglich-Regel die Benzin- und Diesel-Preise umso mehr treiben würde. Tatsächlich erhöhten Tankstellen ihre Preise – im Schnitt um rund acht Cent innerhalb weniger Minuten.Wirtschaftsinstitute erwarten nur noch Wachstum von 0,6 Prozent: Der Energiepreisschock dürfte Wirkung zeigen: Führende Wirtschaftsforschungsinstitute halbieren die Wachstumsprognose. Sie sagen zudem eine höhere Inflation voraus.Europäische Staatsanwaltschaft will in Subventionsskandal gegen griechische Abgeordnete ermitteln: Falsche Angaben und Millionenbeute: Die Europäische Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung mehrerer Immunitäten beantragt. Demnach geht es um veruntreute Agrarsubventionen.Rettungsversuche für den Buckelwal werden eingestellt: Der gestrandete Wal in der Ostsee wird sich wohl nicht mehr aus eigener Kraft freischwimmen können. Laut Experten wird das Tier vor Wismar sterben. Gewitter über einem Öltanker vor dem Sultan-Qabus-Hafen im Golf von Oman Nö Angel: Sängerin Lizzo, 37, hat mit dem ersten Sex offenbar sehr lange gewartet. Sie habe sich in jüngeren Jahren versprochen, keinen Sex zu haben, bis sie einen Grammy gewonnen habe, verriet sie im Podcast »Friends Kee Secrets«. Im Januar 2020 war es dann soweit: Lizzo gewann ihren ersten Grammy für den Song »Truth Hurts«. Auch danach habe sie sich allerdings noch geduldet, wenn auch nicht mehr lange: »Es war auf jeden Fall nicht die Nacht der Grammys.« Osterwunder: Wolfgang Kubicki rettet erst den Wal und dann die FDP. Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons. Und heute Abend?Neulich war ich auf einem berührenden Konzert. Seit etwas mehr als 10 Jahren gibt es in Hamburg den »Heaven can wait«-Chor. Wer mitsingen will, muss mindestens 70 Jahre alt sein. Die derzeit älteste Sängerin ist 94. Der Heaven Can Wait Chor performt Rock- und Pophits ihrer Enkelgeneration Anfang März trat die Truppe im St. Pauli-Theater auf. Sie singt eigene Stücke, Cover-Versionen und teils ausgesprochen witzig zusammengeschnittene Medleys. So schmettern rund 35 greise, aber sichtlich glückliche alte Menschen auch kurz mal aus voller Kehle »Fuck you. I won’t do what your tell me« von Rage against the Machine. Wer kein Herz aus Stein hat, heult spätestens da hemmungslos.Die rockenden Rentner treten nicht nur in Hamburg, sondern auch in ausgewählten anderen deutschen Städten auf (hier geht es zum Tourplan ). Sie können sich aber auch auf dem Sofa mitreißen lassen: In der Arte-Mediathek finden sie die preisgekrönte Doku »Heaven can Wait – Wir leben jetzt« noch bis zum 26. Juni.Einen schönen Abend. HerzlichIhr Michail Hengstenberg, Autor im Kulturressort