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SUN · 2026-04-05 · 03:11 GMTBRIEF NSR-2026-0405-52793
News/Deshalb könnte der nächste Krieg am Horn von Afrika drohen
NSR-2026-0405-52793News Report·DE·Conflict

Deshalb könnte der nächste Krieg am Horn von Afrika drohen

Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea schüren die Angst vor einem neuen Krieg am Horn von Afrika. Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed, der einst für seine Annäherung an Eritrea mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, fordert nun einen Meerzugang für das Binnenland Äthiopien und schürt damit Konflikte.

Naveena Kottoor, ARD-NairobiTagesschau (ARD)Filed 2026-04-05 · 03:11 GMTLean · CenterRead · 2 min
Deshalb könnte der nächste Krieg am Horn von Afrika drohen
Tagesschau (ARD)FIG 01
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Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea schüren die Angst vor einem neuen Krieg am Horn von Afrika. Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed, der einst für seine Annäherung an Eritrea mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, fordert nun einen Meerzugang für das Binnenland Äthiopien und schürt damit Konflikte. Eritrea befürchtet einen Einmarsch und mobilisiert ebenfalls seine Truppen. Der Konflikt droht, regionale Akteure und Golfstaaten hineinzuziehen, wobei verschiedene Länder und Milizen unterschiedliche Seiten unterstützen. Die Region Tigray, die erst vor kurzem Schauplatz eines Konflikts war, bereitet sich ebenfalls auf eine Eskalation vor, da Eritrea beschuldigt wird, äthiopische Rebellen zu unterstützen.

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Conflict
Political Strategy
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Asmara und Addis Abeba beteuern ebenfalls, dass sie keinen neuen Krieg wollen.

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Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea Die Sorge vor einem neuen Krieg am Horn von Afrika Stand: 05.04.2026 • 05:11 Uhr Für seine Annäherung an den Erzfeind Eritrea erhielt Äthiopiens Präsident einst den Friedensnobelpreis. Jetzt droht ein neuer Krieg, der die ganze Region in die Krise stürzen könnte. Denn Äthiopien will unbedingt einen Zugang zum Meer. Säbelrasseln im Staatsfernsehen: Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed nutzt eine Militärparade in einem vollgepackten Stadion, um Stärke zu demonstrieren. Panzer rollen, Kampfflugzeuge donnern, Soldaten marschieren vorbei. Ahmed rührt schon seit Monaten die Kriegstrommel und versucht seine Landsleute auf einen Krieg mit dem Nachbarland Eritrea einzustimmen. Äthiopien - das bevölkerungsreichste Binnenland der Welt - soll nach seinem Willen endlich einen Meerzugang bekommen. "Das Rote Meer und Äthiopien können nicht voneinander getrennt sein", sagt er. Die Regierung in Asmara befürchtet einen äthiopischen Einmarsch. Deshalb mobilisiert auch Eritrea. "Das Rote Meer ist unseres", lautet ein Propagandafilm im Staatsfernsehen. Bis 1993 war Eritrea Teil Äthiopiens und so war auch der Zugang zum Roten Meer gesichert. Nach der Unabhängigkeit waren beide Länder Jahrzehntelang verfeindet. 2018 trieb der damals noch neue Premierminister Ahmed eine Normalisierung der Beziehung mit dem Erzfeind voran und bekam dafür den Nobelpreis. Aber jetzt könnte es zu einem neuen Krieg kommen, in den auch die Anrainerländer und die Golfstaaten hineingezogen werden könnten. Tsedale Lemma ist eine äthiopische Journalistin und die Gründerin der Zeitung Addis Standard. Sie warnt vor einem Stellvertreterkrieg: "Das sudanesische Militär hat sich hinter Eritrea gestellt. Die sudanesische RSF-Miliz hingegen unterstützt Abiy Ahmed. Dann sind da Ägypten, Somalia und so weiter, die ebenfalls Eritrea unterstützen - und es gibt eine deutliche Unterstützung aus den Vereinten Arabischen Emiraten für das äthiopische Militär." Der letzte Konflikt ist weniger als vier Jahre her. Damals führte Addis Abeba mit der Unterstützung Asmaras Krieg gegen die Region Tigray. Immer noch gelten dort 800.000 Menschen als vertrieben. Und auch jetzt wird befürchtet, dass äthiopische Regionen in den Konflikt hineingezogen werden könnten. Denn Asmara wird vorgeworfen, äthiopische Rebellen zu finanzieren. Eritrea weist diesen Vorwurf zwar zurück, aber in Tigray stellen sich die Menschen auf einen neuen Konflikt ein. "Ich weiß nicht genau, ob es zum Krieg kommt. Aber nachdem, was man so hört, halte ich ihn für unvermeidlich. Wir stehen hier kurz vor einer Katastrophe. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich kann meine Feldarbeit nicht mehr richtig erledigen. Ich kann mich nicht mehr gut um meine Familie kümmern. Aber wir wollen auf keinen Fall Krieg", sagt der Bauer Dage Meressa. Asmara und Addis Abeba beteuern ebenfalls, dass sie keinen neuen Krieg wollen. Aber derzeit könnte jede Provokation in offene Gewalt umschlagen. Das Horn von Afrika gleicht einem Pulverfass.
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