Trotz Waffenruhe-Vereinbarung Keine Anzeichen für ein Ende der Hormus-Blockade Stand: 09.04.2026 • 03:42 Uhr Die Öffnung der
Straße von Hormus ist ein zentraler Punkt der Waffenruhe-Vereinbarung zwischen den USA und
Iran. Doch bisher blockiert Teheran die Meerenge offenbar weiter. Ein Grund: Israels anhaltende massive Angriffe auf den
Libanon. Weil
Iran seit Wochen die für den Ölhandel wichtige
Straße von Hormus blockiert, drohte US-Präsident
Donald Trump mit der Zerstörung der gesamten Zivilisation des Landes. Kurz vor dem Ablauf seines Ultimatums verkündete er gestern dann eine zweiwöchige Feuerpause, die auch die Öffnung der Meerenge für den Schiffsverkehr beinhalten soll. Irans Außenminister
Abbas Araghtschi erklärte, Teheran sei dazu mit bestimmten Einschränkungen bereit. Doch inzwischen sei der Schiffsverkehr wieder eingestellt worden und Öltanker müssten umkehren, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die der Islamischen Revolutionsgarde nahesteht. Grund dafür sind demnach die massiven Angriffe im
Libanon, die
Israel auch nach Trumps Ankündigung fortgesetzt und sogar noch ausgeweitet hat. Die iranische Hafenbehörde riet Schiffen davon ab, ohne vorherige Abstimmung mit der Revolutionsgarde die Meerenge zu passieren. Die Behörde verwies in einer Mitteilung, die unter anderem über den staatlichen Nachrichtenkanal Khabar-Fouri und den Staatssender IRIB verbreitet wurde, auf die Gefahr von Minen. Nach Angaben von Fars passierten seit Beginn der Waffenruhe nur zwei Tanker die
Straße von Hormus. Auch unabhängige Analysten zählten nur eine geringe Zahl von Tankern. Auch während der De-facto-Blockade hatte
Iran zeitweise einige Schiffe passieren lassen. Laut dem Unternehmen
Windward, das den internationalen Schiffsverkehr beobachtet, müssen alle Schiffe, die durch die Meerenge fahren, die sichere Durchfahrt mit den iranischen Behörden koordinieren und außerdem eine Maut von einem Dollar pro Barrel transportiertes Öl zahlen - und zwar in Kryptowährung.
Windward zufolge warnte
Iran in Funksprüchen an Tanker im Persischen Golf, diejenigen, die ohne Genehmigung durchfahren, würden angegriffen.
Iran beansprucht das Recht für sich, eine Maut zu erheben, um mit den Einnahmen seinen Wiederaufbau zu finanzieren. Das wäre ein Verstoß gegen die Freiheit der friedlichen Schifffahrt. Die USA und viele weitere Länder lehnen den iranischen Vorstoß ab. Die USA drängen
Iran weiter zur sofortigen Öffnung der
Straße von Hormus. Präsident Trump erwarte, dass die Meerenge "unverzüglich, schnell und sicher wieder geöffnet" werde, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. Jede Schließung sei "völlig inakzeptabel". Anders als
Iran sehen die USA und
Israel den
Libanon nicht als Teil der Feuerpause. US-Vizepräsident JD Vance sagte, dass der
Iran davon ausgehe, sei ein Missverständnis. "Weder wir noch die Israelis haben gesagt, dass dies Teil der Waffenruhe sein würde." Vance fügte hinzu, dass die USA derlei Versprechen nie auch nur angedeutet hätten. "Was wir gesagt haben, ist, dass sich der Waffenstillstand auf
Iran und die Verbündeten der USA konzentrieren würde." Dazu zählen laut Vance neben
Israel auch die arabischen Golfstaaten. Vance soll in den kommenden Tagen für die US-Seite die Gespräche mit dem
Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad leiten. Unklar ist derzeit, ob es dazu überhaupt kommt. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf nannte die Verhandlungen "unsinnig". Er warf den USA und
Israel vor, gegen die Vereinbarungen zu verstoßen und begründete dies unter anderem mit den erneuten israelischen Angriffen. Irans Außenminister Araghtschi erklärte auf X, die Bedingungen des Abkommens seien klar und deutlich. Die USA müssten sich entscheiden zwischen einer Waffenruhe und der Fortsetzung des Krieges. Der Ball liege nun um Feld der USA. Die Weltgemeinschaft werde hinschauen, ob die USA ihr Wort hielten, sagt er mit Blick auf die Fortsetzung der Angriffe Israels auf den
Libanon. Auch nach Angaben des Vermittlers Pakistan gilt die Feuerpause ausdrücklich auch für den
Libanon.