Im Wortsinn bedeutet Ultimatum eine allerletzte Aufforderung, im Fall der zahlreichen Ultimaten von
Donald Trump scheint eher ein Merksatz aus den Königsdramen von
William Shakespeare zu gelten: »Nicht jede Wolke erzeugt ein Gewitter.« Heute hat Trump Europa mal wieder ein neues Ultimatum gesetzt. Es geht um militärische Unterstützung in der
Straße von Hormus. Nato-Generalsekretär
Mark Rutte hat die europäischen Hauptstädte informiert, dass der US-Präsident innerhalb der nächsten Tage konkrete Zusagen für die Entsendung von Kriegsschiffen oder anderen militärischen Fähigkeiten aus Europa erwartet, wie mein Kollege
Matthias Gebauer berichtet.Politische Zusagen wie in den Tagen kurz nach Kriegsbeginn sind angeblich nicht mehr ausreichend.»
Berlin hatte in den vergangenen Tagen zwar die grundsätzliche Bereitschaft für eine gemeinsame Mission in der Meerenge signalisiert«, analysiert Matthias. »Aus Sicht der Bundesregierung müssen dazu allerdings einige Kriterien erfüllt sein, zum Beispiel ein robustes Uno-Mandat und eine dauerhafte Waffenruhe oder gar ein verhandelter Waffenstillstand.« Laut US-Medienberichten lässt Trump aktuell eine Liste erstellen, welche europäischen Nato-Partner ihn beim Krieg gegen
Iran unterstützt oder sich gegen ihn gestellt haben.
Deutschland hatte den USA keinerlei Beschränkungen für die Nutzung der großen US-Basen auferlegt. »Trotzdem hat Trump die Bundesregierung als Kriegsgegner identifiziert«, so Matthias, vor allem wegen der eingängigen Formulierung, die Militärkampagne sei »nicht unser Krieg«. Das Zitat stamme zwar von Verteidigungsminister
Boris Pistorius, stellt mein Kollege fest, »im Weißen Haus aber wurde es umgehend Bundeskanzler
Friedrich Merz zugeordnet«.Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im Liveblog 2. Die Briten wollen Wladimir Putin klarmachen, dass sie auf der Hut sind Foto: UK MOD © Crown / Cover Images / picture alliance Viele Menschen lieben Kinofilme wie »Das Boot« oder »Jagd auf Roter Oktober«, die äußerst spannend den Einsatz von U-Booten zeigen. In der Realität geht es offenbar mitunter ähnlich nervenaufreibend zu. Der britische Verteidigungsminister John Healey hat heute bekannt gemacht, dass Großbritannien Anfang des Jahres vor seiner Küste mehrere russische U-Boote entdeckt und über Wochen getrackt hat – um, so sagt Healey, Seekabel und Pipelines zu schützen.Die U-Boote hätten inzwischen die britischen Gewässer verlassen, erklärte Healey. Es gebe keine Anzeichen für Schäden an der Unterwasserinfrastruktur, doch er mache die Operation öffentlich, damit Präsident Wladimir Putin erfahre, dass die U-Boote entdeckt worden seien. Die Pipelines am Meeresboden seien für die Wirtschaft und Sicherheit der Inselnation Großbritannien von großer Bedeutung, so der Minister. Pipelines unter dem Meeresboden lieferten die Hälfte des Gases, mit dem die britischen Häuser beheizt werden – und 99 Prozent des internationalen Telekommunikations- und Datenverkehrs würden mit ihrer Hilfe abgewickelt.»Die Nato fürchtet schon seit Längerem russische Angriffe auf ihre Unterwasserverbindungen, etwa im Baltikum«, sagt mein Kollege Oliver Imhof. »Der Schutz des Meeresbodens ist dabei besonders schwierig, da U-Boote, solange sie sich unter Wasser bewegen, nur schwer zu erkennen sind.«Lesen Sie hier mehr: London überwacht russische U-Boote im Nordatlantik, um Seekabel und Pipelines zu schützen Schauspieler Adorf in »Kir Royal«, 1986: »Deinem Weibchen schick ich jeden Tag nen Fünfkaräter« Foto: AF Archive / Marlm Evans / Balance Fi / picture alliance Der Schauspieler Mario Adorf starb, wie heute bekannt wurde, gestern im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Paris.Adorf war auch wegen vieler frecher Sprüche populär. Manche davon wirken heute ganz schön altmodisch, etwa der: »Reden auf Vegetarierbanketten sind erfreulich kurz, weil man Angst hat, dass sonst das Essen verwelkt.«Mario Adorf hat weit über 60 Jahre lang den Filmbetrieb und die Vorstellung vieler Deutscher von weltläufiger Pfiffigkeit geprägt. »Er war ein Koloss, der seine Physis ausspielte. Ein Grübler, Zweifler und Sehnsüchtiger«, schreibt mein Kollege Christian Buß .Tatsächlich war der Mann, der 1957 in dem True-Crime-Drama »Nachts, wenn der Teufel kam« mit grandioser Kraft einen geistig eingeschränkten angeblichen Serienmörder spielte, in seinen späten Jahren eine Vaterfigur der deutschen Filmwelt. In seiner Kindheit, die er unter anderem in einem katholischen Waisenhaus zubringen musste, hatte er Pogrome gegen Juden mitangesehen; zeitlebens setzte er sich mit der deutschen Geschichte auseinander. Als Alfred Matzerath in Volker Schlöndorffs Verfilmung von Günter Grass’ »Die Blechtrommel« (1979) zeigte er das vielschichtige Porträt eines Nazi-Mitläufers.»Wie kaum ein zweiter Schauspieler hat Adorf auch deutsche Mentalitätsgeschichte wortwörtlich verkörpert«, lobt Christian. »Immer wieder stellte er raumfüllend Charaktere dar, die in Nachkriegsdeutschland die Macht an sich rissen und mit ihrer massigen Physis das Erinnern erstickten.« Das waren selbstherrliche, gerissene, manchmal aber auch unerwartet melancholische Unternehmertypen. In Helmut Dietls »Kir Royal« (1986) verkörperte Adorf den Klebstofffabrikanten Haffenloher, der viel Geld hat, aber keine Freunde. Im Bademantel hält Adorfs Held vor dem Journalisten, den er umwirbt, »einen der größten Monologe der deutschen Fernsehgeschichte«, wie Christian schreibt. Der Monolog endet mit den Worten: »Isch scheiß disch so was von zu mit meinem Geld, dat de keine ruhije Minute mehr hass.«Lesen Sie hier den ganzen Nachruf: Der Schuft, den wir liebten Was heute sonst noch wichtig istFirmenpleiten auf höchstem Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten: Viele Firmen sind im ersten Quartal in die Insolvenz geschlittert. Mehr als 50.000 Arbeitsplätze sind betroffen. Forscher sehen »wenig Raum für Optimismus«.US-Architekt gesteht acht Morde an Frauen: Die meisten Opfer waren Sexarbeiterinnen: Die sogenannten Gilgo-Beach-Morde sorgten in den USA für großes Aufsehen. Der »Dünenkiller« wurde mehr als ein Jahrzehnt gesucht, nun hat sich ein Familienvater schuldig bekannt.Verurteilter Rechtsextremist Liebich in Tschechien gefasst: Nach monatelanger Fahndung ist der flüchtige Rechtsextremist Marla Svenja Liebich in Tschechien entdeckt und festgenommen worden. Der Zugriff erfolgte auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls. Leerer Plenarsaal im Bundestag, hier während eines Hammelsprungs: Ein Abbild der deutschen Gesellschaft Das sind die Fehlzeitenkönige im Bundestag: Krankheit, Termine – oder einfach keine Lust? Eine SPIEGEL-Datenanalyse zeigt: Etliche Abgeordnete verpassen regelmäßig Abstimmungen im Bundestag. Rekordhalter sind die Linken. Was wirklich dahintersteckt . Aus der Anzeige eines Goldhändlers in einer Beilage der »Westfälischen Nachrichten« »Eskaliert der Streit zwischen Söder und Wüst?« Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons. Könnten Sie sich einen Film mit der tollen Schauspielerin Sandra Hüller ansehen, zum Beispiel Jonathan Glazers »The Zone of Interest« aus dem Jahr 2023. In dem spielt Hüller Hedwig Höß, die Frau des KZ-Kommandanten Rudolf Höß.Heute wurde das Programm der am 12. Mai beginnenden Filmfestspiele in Cannes bekannt gegeben. Sandra Hüller wird dort in Pawel Pawlikowskis Film »1949« zu sehen sein. Der Film ist für das deutsche Publikum von besonderem Interesse. Hanns Zischler und Hüller verkörpern darin Thomas Mann und seine Tochter Erika, die mitten im Kalten Krieg erstmals aus dem amerikanischen Exil zurück nach
Deutschland reisen.Einen schönen Abend. HerzlichIhr Wolfgang Höbel, Autor im Kulturressort