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THU · 2026-04-09 · 17:50 GMTBRIEF NSR-2026-0409-60817
News/Liveblog Irankrieg: Trump kündigt Blocka/Die USA und der Papst: Ließ Trump dem Papst Exil androhen?
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Die USA und der Papst: Ließ Trump dem Papst Exil androhen?

Einem Bericht von "The Free Press" zufolge soll es im Januar im Pentagon zu einer brisanten Begegnung zwischen US-Regierungsvertretern und dem päpstlichen Nuntius Kardinal Christophe Pierre gekommen sein. Elbridge A.

Patrick BahnersFAZFiled 2026-04-09 · 17:50 GMTLean · Center-RightRead · 4 min
Die USA und der Papst: Ließ Trump dem Papst Exil androhen?
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Einem Bericht von "The Free Press" zufolge soll es im Januar im Pentagon zu einer brisanten Begegnung zwischen US-Regierungsvertretern und dem päpstlichen Nuntius Kardinal Christophe Pierre gekommen sein. Elbridge A. Colby, ein hochrangiger Berater des Kriegsministers, soll dem Kardinal die bedingungslose Unterstützung der amerikanischen Außenpolitik durch die Kirche gefordert haben. Dabei soll ein Pentagon-Beamter die Möglichkeit eines neuen "Papsttums von Avignon" erwähnt haben, eine Anspielung auf die Zeit, als Päpste in Avignon residierten und nicht in Rom. Dieser Vorfall folgte auf eine öffentliche Verurteilung eines Ultimatums gegen den Iran durch den Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten, Erzbischof Paul S. Coakley, der sich auf Predigten von Papst Leo XIV. bezog. Die angebliche Drohung im Pentagon wird als Versuch interpretiert, Druck auf den Vatikan auszuüben.

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Diplomatic
Political Strategy
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Key claims

5 extracted
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Archbishop Coakley condemned Trump's ultimatum against Iran.

factualPaul S. Coakley
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A Pentagon official mentioned the possibility of a new 'Papacy of Avignon'.

factualThe Free Press
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Cardinal Christophe Pierre was summoned to the Pentagon in January.

factualThe Free Press
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Elbridge A. Colby allegedly demanded unconditional support for American foreign policy from the Church.

factualThe Free Press
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Trump's subordinates allegedly threatened Pope Leo XIV in January.

factualThe Free Press
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Die Ohrfeige, die rund um die Welt gehört wurde: Bei einer Vorladung des Nuntius ins Pentagon soll die Möglichkeit eines neuen „Papsttums von Avignon“ erwähnt worden sein. Was steckt hinter der historischen Anspielung?Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten, Paul S. Coakley, Erzbischof von Oklahoma City, verurteilte am Dienstag nach Ostern in aller Form das Ultimatum, das Präsident Trump am selben Tag gegen den Iran gerichtet hatte: „Die Drohung, eine gesamte Zivilisation zu zerstören, und absichtliche Angriffe auf die zivile Infrastruktur können moralisch nicht gerechtfertigt werden.“ Einen Tag später wurde bekannt, dass Untergebene Trumps schon im Januar eine ähnlich unerhörte Drohung ausgesprochen haben sollen, gerichtet gegen Coakleys irdischen Vorgesetzten, Papst Leo XIV., auf dessen Predigten in der Karwoche der Erzbischof in seiner Mitteilung am Osterdienstag Bezug genommen hatte.Wie „The Free Press“, die von Bari Weiss gegründete Online-Zeitung berichtete, soll im Januar Kardinal Christophe Pierre, der damalige päpstliche Nuntius in Washington, ins Kriegsministerium bestellt worden sein. Elbridge A. Colby, als Under Secretary of War for Policy der ranghöchste politische Berater von Kriegsminister Pete Hegseth, habe dem Kardinal dargelegt, dass die Vereinigten Staaten alle militärische Macht besäßen, um in der Welt zu tun, was sie wollten, und von der Kirche die bedingungslose Unterstützung der amerikanischen Außenpolitik verlangt. Einer der anwesenden Pentagon-Beamten habe die Möglichkeit eines neuen „Papsttums von Avignon“ erwähnt.Erst reguläre Päpste, dann GegenpäpstePapst Clemens V., gewählt 1305, verlegte 1309 seine Residenz nach Avignon, ins Einflussgebiet des Königs von Frankreich. Die Vakanz des römischen Bischofssitz (nicht im rechtlichen, sondern im lokalpolitischen Sinne) währte bis 1376, als Gregor XI. auf Drängen der heiligen Katharina von Siena die Rückkehr in die Petrusstadt anordnete. Noch bis 1408 residierten während des Großen Abendländischen Schismas Gegenpäpste in Avignon, das heißt Päpste, die in der offiziellen Liste der Nachfolger Petri nicht gezählt werden. Clemens V., ein geborener Franzose, verfügte den Umzug der Kurie formell aus eigener Machtvollkommenheit. Vorangegangen war aber ein Gewaltakt, der die Welt erschütterte, ein singulärer Angriff auf die Freiheit der Kirche.Welthistorischer Tatort: Der sogenannte Saal der Ohrfeige im Palast von Bonifaz VIII. in AnagniWikimedia Commons / SaverioBonifaz VIII., der Vorvorgänger von Clemens, hatte die päpstlichen Ansprüche auf Vorrang vor den weltlichen Herrschern ins seinen Bullen bis zum Äußersten gesteigert und sich in einen Kampf auf moralisches Leben und politischen Tod mit König Philipp IV. von Frankreich verwickelt. Am 7. September 1303, dem Vortag der geplanten Publikation einer neuen Bulle, die Philipps Untertanen von ihrem Treueid hätte entbinden sollen, setzten französische Ritter unter dem Befehl von Wilhelm von Nogaret, dem späteren Großsiegelbewahrer des Königs, den Papst in dessen Geburtsstadt Anagni in der Campagna gefangen. Unterstützt wurde die französische Kommandoaktion von der Privatarmee der römischen Adelsfamilie Colonna. Nach drei Tagen Haft wurde Bonifaz befreit, als sich die Bevölkerung von Anagni gegen die Besatzer erhob.In der Chronistik, den Live-Tickern der damaligen Weltpolitik, wurde das Attentat mit allen drastischen Details ausgemalt beziehungsweise ausgeschmückt, unter Akzentuierung des symbolischen Sinns. Demnach soll Bonifaz den Mantel des Petrus angelegt und die Krone Kaiser Konstantins aufgesetzt haben, bevor er die Eroberer seines Palasts empfing. Die Aufforderung zur Abdankung habe der (nach mittelalterlichen Maßstäben) alte Mann mit der Erklärung pariert, dass er eher sterben werde: „Hier der Hals, hier der Nacken.“Von wem stammt die Information?Er starb einen Monat nach dem Attentat, nach der Rückkehr nach Rom. Nogaret behauptete später zu seiner Entschuldigung, den Papst vor der Ermordung durch die Colonna bewahrt zu haben. Sein Auftrag war es, Bonifaz nach Frankreich zu bringen, wo ihm der Prozess wegen Ketzerei gemacht werden sollte. Quellenkritisch umstritten, aber unvergesslich ist, dass der Colonna-Clanchef mit dem Ehrennamen Sciarra („Raufbold“) dem Papst eine Ohrfeige gab. Das Stichwort „Papsttum von Avignon“ ist ein Mafia-Zug, die Drohung mit einem Kidnapping.Auf dem Flughafen in Budapest wurde Vizepräsident Vance am 7. April 2026 auf den Bericht über die Einbestellung von Kardinal Pierre ins Pentagon angesprochen. Vance erkannte den Namen des früheren Nuntius zunächst nicht.APEine starke Minderheit unter den amerikanischen Bischöfen dürfte die Haltung ihres Landmanns Leo gegenüber Trump skeptisch sehen. In der Reihe der neoimperialistischen Phantasieprojekte des Trump-Zirkels wäre ein Gegenpapsttum unter Bischof Robert Barron nicht einmal besonders unplausibel. Der Bericht von Mattia Ferraresi in „The Free Press“ zieht jetzt intensive quellenkritische Aufmerksamkeit auf sich. Ist es überhaupt glaubwürdig, dass im Pentagon jemand etwas von Päpsten in Avignon weiß? Das darf man sofort glauben. Colby ist Katholik und hat in katholischen Medien seine strategische Philosophie als „katholischen Realismus“ vorgestellt. Er zitiert dabei das Lukasevangelium, wie Bonifaz VIII. in der Bulle „Unam sanctam“.Eine Frage ist, wer „The Free Press“, ein Trump wohlgesonnenes Organ, informiert hat. Dabei geht es auch um die Chronologie. Wenn die Information nicht aus der Nuntiatur, sondern aus dem Pentagon kommt, kann die Botschaft sein, dass man Leos Belehrungen für ebenso anmaßend hält wie Philipp der Schöne Bonifaz.
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Entities

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papst
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