PfadnavigationHomePanoramaOstseeMobilisierungsversuch mit Walgesängen – Schwanzflosse bei gestrandeten Tier in BewegungStand: 13:56 UhrLesedauer: 3 MinutenDer gestrandete Wal zeigt Lebenszeichen, doch seine Prognose ist sehr schlechtQuelle: AP/Michael ProbstEin letzter Mobilisierungsversuch mit Walgesängen unter Wasser – doch er brachte nichts: Der in der
Ostsee gestrandete Wal liegt weiter fest. Experten beobachteten aber auch leichte Bewegungen der Schwanzflosse.Der vor der Insel
Poel gestrandete Wal atmet im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer. Es werde zudem untersucht, ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein Anzeichen eines nahen Ablebens sein könnte, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums mitteilte. Es gebe keine Hinweise auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes. Zwar seien leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet worden, nach fachlicher Einschätzung sei das jedoch kein Hinweis auf eine gesundheitliche Verbesserung. Auf einen spontanen Mobilisierungsversuch am Samstag, bei dem unter Wasser die eigenen Walgesänge des Tiers abgespielt wurden, habe der Buckelwal nicht reagiert. Der Versuch, den Wal so zu ermutigen, sich selbst zu befreien, sei zuvor mit dem deutschen Meeresmuseum abgestimmt worden. Starke Walgesänge in den Nächten zuvor Der verletzte Buckelwal, von der „Bild“ Timmy genannt, liegt bereits seit dem 31. März in der
Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister
Till Backhaus (
SPD) mitteilte. Man habe sich jedoch aufgrund der starken Walgesänge in den Nächten zuvor am Samstag für einen erneuten Versuch entschieden. Am Samstagmittag bildeten etwa 150 Menschen im Hafen eine Menschenkette, um für die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin. Einige Stunden später versammelten sich laut Polizei am Kirchdorfer Hafen auf der Insel
Poel ebenfalls etwa 170 Menschen, um für die Rettung des Wals einzutreten. Zudem habe es auf der Insel am Samstag weitere spontane Versammlungen mit gleicher Intention gegeben – eine führte bis an den Sperrbereich. Lesen Sie auchMehrere Menschen betraten laut Polizei die gesperrte Zone, teils liefen sie dort bis zum Ufer. Nachdem sie bemerkt hatten, dass gerade ein erneuter Mobilisierungsversuch zur Rettung des Wals zugange war, haben sie die Zone wieder verlassen, wie die Sprecherin des Umweltministeriums sagte. Walwachen wurden verstärktNach dem Vorfall sei die Walwacht nun personell verstärkt worden. Auch am Sonntag sollte von 12 bis 16 Uhr wieder eine Versammlung am Hafen in Kirchdorf auf der Insel
Poel stattfinden, wie die Polizei mitteilt. Gegen Mittag seien 80 Menschen vor Ort gewesen.MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz will trotz schlechter Prognosen den gestrandeten Wal weiterhin retten. Er habe in den vergangenen Tagen alle Termine abgesagt und arbeite intensiv an einer Lösung, sagte der Unternehmer der „Bild“. Auch mit Umweltminister Backhaus steht er in Kontakt.Lesen Sie auchGunz fordert alternative Ansätze und arbeitet nach eigenen Worten an einem Rettungskonzept. Backhaus (
SPD) sagte allerdings, die Rettung des Wals werde nicht wegen Geldmangels aufgegeben, sondern wegen seines Gesundheitszustandes, der Belastung und der fehlenden Perspektive für ihn.Gunz‘ Plan sieht vor, den Wal freizubaggern, auf einer Plane zu stabilisieren und anschließend in tiefere Gewässer zu transportieren. Von dort aus soll er über die Nordsee in den Atlantik begleitet werden. Naturschützer äußern jedoch erhebliche Zweifel. Florian Stadler von Sea Shepherd Deutschland hält die Überlebenschancen des Tieres für äußerst gering und warnt vor zusätzlichen Belastungen. Der Wal sei bereits mehrfach gestrandet und in Netzen verheddert gewesen, zudem sorge der anhaltende Einsatz für weiteren Stress.dpa/kami/coh