12. April 2026Taiwans Oppositionsführerin
Cheng Li-wun war zu einem "historischen" Besuch in
China. Pekings Führung signalisiert Anreize auf mehreren Ebenen - unter einer Bedingung. https://p.dw.com/p/5C2zWTaiwans KMT-Chefin
Cheng Li-wun bei ihrem
China-Besuch Bild: Tingshu Wang/REUTERSEs war der erste Aufenthalt einer Führung der Kuomintang (KMT), Taiwans größter Oppositionspartei, in
China seit knapp zehn Jahren. Die Reise von Oppositionsführerin
Cheng Li-wun erfolgte auf Einladung des chinesischen Präsidenten
Xi Jinping. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Erleichterungen, aber nur ... Kurz vor der geplanten Abreise der KMT-Vorsitzenden meldete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua an diesem Sonntag, zehn Maßnahmen sollten "die friedliche Entwicklung der Beziehungen über die Taiwanstraße hinweg" fördern. Hierzu zählten eine "vollständige Wiederaufnahme" von Direktflügen zwischen
China und
Taiwan, die Zulassung ausgewählter taiwanischer Filme und Serien in der Volksrepublik sowie ein vereinfachter Handel mit Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür sei jedoch ein politisches Bekenntnis gegen eine Unabhängigkeit Taiwans, hieß es aus
Peking weiter. Taiwans Oppositionschefin Cheng vertritt einen Kurs der engen Anbindung an
China Bild: Tingshu Wang/REUTERS Frieden und Versöhnung seien notwendig, hatte Cheng bei einem Gespräch mit Staatschef Xi erklärt. Dieser wiederum bezeichnete eine Vereinigung von
China mit der Inselrepublik
Taiwan als "unausweichlich".
Peking betrachtet
Taiwan als abtrünnige Provinz und damit als Teil des chinesischen Staatsgebiets - obwohl dort eine demokratisch gewählte Regierung an der Macht ist. Wiederholt drohte
China mit einer Einverleibung Taiwans, auch unter dem Einsatz militärischer Gewalt. In den vergangenen Jahren hat
Peking den Druck auf
Taiwan mit zahlreichen Militärmanövern in der Nähe der Insel verstärkt. In ihrer Heimat wird Cheng vorgeworfen, zu pro-chinesisch eingestellt zu sein. Die 56-Jährige hatte im November den KMT-Parteivorsitz übernommen und darauf bestanden, Chinas Staatschef zu treffen, bevor sie die USA besucht. Nach ihrem Treffen mit Xi sagte sie, ein Krieg mit
China könne vermieden werden, wenn "wir uns gegen die Unabhängigkeit Taiwans stellen". Chinas Staats- und Parteichef
Xi Jinping empfängt
Cheng Li-wun (10.04.2026) Bild: Xie Huanchi/Xinhua/IMAGO
Peking hatte hochrangige Kontakte mit
Taiwan 2016 abgebrochen, nachdem die Unabhängigkeitsbefürworterin
Tsai Ing-wen von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) dort die Präsidentschaftswahl gewonnen und den chinesischen Anspruch auf
Taiwan zurückgewiesen hatte.
China: Taiwans Präsident Lai Ching-te ist ein "Separatist" Chinas Führung weigert sich bislang auch, mit dem taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te, auch bekannt als William Lai, zu sprechen.
Peking bezeichnet den DPP-Politiker als "Separatisten". Lai weist die Souveränitätsansprüche Chinas auf die demokratisch regierte Insel strikt zurück. Taiwans Rat für Festlandangelegenheiten, der für die
China-Politik des Inselstaats zuständig ist, erklärte jetzt in einer Stellungnahme, Pekings sogenannte "einseitige Zugeständnisse" seien lediglich "vergiftete Pillen, die als großzügige Geschenkpakete" verpackt seien.