13. April 2026Donald Trump ist bekannt für seine verletzenden und unflätigen Äußerungen in sozialen Medien. Jetzt greift der US-Präsident Papst
Leo XIV. verbal an. Die Replik folgt prompt.https://p.dw.com/p/5C4z4Papst
Leo XIV. vor seinem Abflug nach Algier an diesem MontagBild: Gregorio Borgia/AP Photo/picture alliancePapst
Leo XIV. will sich auch künftig "lautstark gegen Krieg aussprechen". Das bekräftigte der Papst vor Journalisten an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach Algerien. Das muslimische Land ist die erste Station des Oberhauptes der katholischen Kirche auf seiner Reise durch vier afrikanische Länder. Papst: Zu viele unschuldige Menschen werden getötet
Leo XIV. sagte weiter, er werde sich auch künftig "dafür einsetzen, den Frieden zu fördern, den Dialog und multilaterale Beziehungen zwischen den Staaten zu stärken, um gerechte Lösungen für Probleme zu finden". Er sei kein Politiker. Er lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden. Zu viele Menschen litten in der Welt. Zu viele unschuldige Menschen würden getötet. "Und ich denke, jemand muss aufstehen und sagen, dass es einen besseren Weg gibt."
Donald Trump: "Ich bin kein großer Fan von Papst Leo"Bild: Alex Brandon/AP Photo/picture alliance Der Papst wies mit Blick auf US-Präsident
Donald Trump darauf hin, was er sage, sei keineswegs als Angriff auf irgendjemanden gemeint. Zugleich betonte er: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung." Zuvor hatte ein Mitarbeiter des Vatikans die Verbalattacke von Trump gegen Papst als "Deklaration der Ohnmacht" eingeordnet. Der Jesuit
Antonio Spadaro, Untersekretär in der Kulturbehörde des Vatikans, schrieb am Montagmorgen in sozialen Medien: "Wenn politische Macht eine moralische Stimme attackiert, dann liegt es oft daran, dass sie diese Stimme nicht in ihre Schranken weisen kann." Der Italiener
Antonio Spadaro war früher Chefredakteur der einflussreichen Jesuitenzeitschrift "La Civiltà Cattolica" (Archivbild) Bild: Maurizio D Avanzo/IPA/IMAGO Weiter erklärte der 59-Jährige: "In diesem Sinn ist die Attacke eine Deklaration der Ohnmacht." Trump beschimpft den Papst als "Katastrophe in der Außenpolitik" Trump hatte Sonntagnacht auf seiner eigenen Plattform Truth Social geschrieben,
Leo XIV. sei "SCHWACH im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik". "Ich will keinen Papst, der glaubt, es sei in Ordnung, wenn der
Iran eine Atomwaffe hat", so der US-Präsident. "Leo sollte dankbar sein", führte Trump weiter aus. "Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan", behauptete er. "Er stand auf keiner Liste der Papstkandidaten und wurde von der Kirche nur deshalb dort draufgesetzt, weil er Amerikaner war und man dachte, das wäre der beste Weg, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen." Trump warf seinem Landsmann vor, sich selbst und der Kirche mit seiner "laschen" Haltung zu schaden: "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker". Die katholischen Bischöfe in den USA verurteilten Trumps verbale Angriffe mit scharfen Worten. "Ich bin bestürzt darüber, dass der Präsident derart abfällige Worte über den Heiligen Vater gewählt hat", heißt es in einer Mitteilung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Paul Stagg Coakley. Paul Stagg Coakley, Erzbischof von Oklahoma City (Archivbild) Bild: Claudio Peri/dpa/picture alliance Der Papst sei weder ein Gegner des US-Präsidenten, noch ein Politiker, erklärte Coakley. Papst: Drohungen gegen zivile Ziele sind "inakzeptabel" Der für seine bedachte Wortwahl bekannte
Leo XIV. hatte zuletzt mehrfach den Ende Februar begonnenen amerikanisch-israelischen Krieg gegen den
Iran kritisiert. Nachdem Trump am vergangenen Dienstag dem Regime in Teheran mit der Auslöschung einer "ganzen Zivilisation" gedroht hatte, verurteilte der in den Vereinigten Staaten geborene Papst Drohungen gegen zivile Ziele im
Iran als "inakzeptabel". Zudem forderte er ein Nachdenken über die Behandlung von Migranten in den USA unter der Trump-Regierung. Papst
Leo XIV. empfängt den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dessen Ehefrau Brigitte im Vatikan (10.04.2026)Bild:
Vatican Media/Catholic Press Photo/ipa-agency/picture alliance Zuletzt hatte
Leo XIV. am Samstag gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor dem Hintergrund des
Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen. Der Pontifex kritisierte scharf die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen Osten und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom in Rom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"