Der Irankrieg wirkt sich auch auf das Geschäft der
Messe Frankfurt aus. Erste Veranstaltungen in Saudi-Arabien sind für dieses Jahr abgesagt.Die aktuelle Lage in der Golfregion hat dazu geführt, dass die
Messe Frankfurt schon drei ihrer Veranstaltungen in Saudi-Arabien für dieses Jahr absagen musste. Die Automechanika Anfang und die Beautyworld Ende Mai in
Riad sind nach Angaben der
Messe Frankfurt, die seit dem vergangenen Herbst eine eigene Repräsentanz in der saudischen Hauptstadt unterhält, auf 2027 verschoben worden. Und auch die Aero, die die Frankfurter gemeinsam mit der Messe Friedrichshafen dort Ende November veranstalten wollten, soll erst im nächsten Jahr wieder stattfinden.„Die Entscheidung folgt einer sorgfältigen und fortlaufenden Bewertung der aktuellen regionalen Situation und stellt die Sicherheit, das Wohlbefinden und das Vertrauen von Kunden, Partnern und Mitarbeitenden in den Mittelpunkt“, heißt es in der Mitteilung der
Messe Frankfurt dazu. Zu den dadurch entstehenden finanziellen Einbußen will man sich aufseiten der Messe nicht äußern.
Martyn Cox, Show Director bei
Messe Frankfurt Middle East, begründet die Entscheidung: „Unsere Verantwortung besteht darin, die Branche auf eine sichere, wirtschaftlich wertvolle und wirklich internationale Weise zusammenzubringen.“ Und das scheint angesichts gestrichener Flüge und möglicherweise drohender Angriffe nicht möglich.Techtextil-Messe in Frankfurt offenbar weniger betroffenÄhnlich wird bei der Verschiebung der Beautyworld argumentiert, die 2025 mit mehr als 400 Ausstellern stattgefunden hatte. Auch sie soll nun erst im nächsten Jahr wieder stattfinden. Und selbst die
Aero Middle East, die für den 24. bis 28. November am Thumamah Airport in
Riad geplant war, soll nun erst 2027 stattfinden. Noch im Februar hatte
Azzan Mohamed, Chef der
Messe Frankfurt Saudi Arabia, gesagt: „Unser Ziel ist es, mit der
Aero Middle East x Sand & Fun eine der weltweit wichtigsten Plattformen für die allgemeine Luftfahrt zu etablieren.“ Weil die Vorbereitungen für eine solche Messe aber langwierig sind, will man offenbar nicht das Risiko eingehen, sie zu einem späteren Zeitpunkt absagen zu müssen.Nicht nur die
Messe Frankfurt spürt die Irankrise. Seit Beginn der Kämpfe in der Region sind dort schon mehrere Messen verschoben worden, wie der Deutsche Messeverband AUMA mitteilt. Das betrifft nicht nur deutsche Messegesellschaften, die dort aktiv sind, sondern auch mehrere deutsche Gemeinschaftsstände, die für Veranstaltungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien geplant waren. Die Region gehöre zu den derzeit wichtigsten Zielmärkten des Förderprogramms für kleine und mittelständische deutsche Unternehmen.Die Messe Techtextil, die nächste Woche in Frankfurt beginnt, hat nach Angaben der
Messe Frankfurt bislang keine Einbußen bei den Ausstellern zu verzeichnen. „Auch in wichtigen asiatischen Märkten wie Indien sehen wir keine nennenswerte Zurückhaltung – weder bei der Teilnahme noch bei der Reise nach Frankfurt“, teilt ein Messesprecher auf Anfrage der F.A.Z. mit. Das internationale Interesse bleibe stabil: „Auch im April verzeichnen wir weitere Ausstelleranfragen, zuletzt einen Gemeinschaftsstand aus Pakistan für die Techtextil.“ Das sei umso erfreulicher, angesichts der Lage der Branche, sagt Messegeschäftsführer Detlef Braun: „Die aktuellen Marktdaten zeigen, unter welchem Druck die globale Textil- und Bekleidungsindustrie steht: Geopolitische Unsicherheiten treiben Energie- und Rohstoffkosten nach oben.“ Die Messe könne mit innovativen Angeboten der Aussteller hier aber auch Lösungen anbieten.