Die Baulandpreise in Mainz kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Weil Wohnen in der Schwarmstadt immer teurer wird, ziehen viele notgedrungen aufs Land.Gleich zwei Untersuchungen, bei denen Mainz nicht gut wegkommt, taugen als Erklärung dafür, warum junge Familien und Durchschnittsverdiener immer öfter aufs Land ziehen – vor allem nach Rheinhessen. Während der benachbarte Kreis Mainz-Bingen im bundesweiten Kaufkraft-Vergleich des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einen beachtlichen neunten Platz erreicht, schneidet die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt in diesem Wettbewerb mit Rang 374 von 400 untersuchten Kommunen denkbar schlecht ab.Für die Erhebung wurde nicht nur die Höhe des in der jeweiligen Region üblichen Durchschnittsgehalts ermittelt, sondern auch darauf geachtet, wie viel sich die Bevölkerung für ihr Geld tatsächlich leisten könnte. Grundlage dafür waren Daten aus dem Jahr 2023. Viele Städte – und das trifft für Rheinland-Pfalz ebenso zu wie für Hessen – sind wegen häufig extrem hoher Mieten und respektiven Kaufpreisen für Immobilien bei dem Ranking eher hinten in der Auflistung zu finden.Hintere Plätze für Mainz und DarmstadtNeben dem Landkreis Mainz-Bingen, wo die Studienmacher für jeden Bürger ein „preisbereinigtes Einkommen“ von 34.814 Euro jährlich errechnet haben, schnitt der Kreis Neuwied mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 37.441 Euro gleichfalls sehr gut ab. Die Menschen in der Schwarmstadt Mainz verfügen demnach wohl nur über ein „reales Einkommen“ von circa 25.000 Euro im Jahr. Das gelte in ähnlicher Weise zudem für Darmstadt, Kassel und die Stadt Offenbach, die auf den letzten der 400 zu vergebenden Plätze kam.Das Wegziehen fördern in jenen Kommunen, in denen die Kaufkraft ohnehin schon niedrig ist, nicht zuletzt die oft hohen Baulandpreise. Das hat aktuell eine Antwort der Bundesregierung bestätigt, die sich mit dem Thema auf Anfrage der Linken-Politikerin Caren Lay zu beschäftigen hatte. Ein Blick auf den Zeitraum von 2015 bis 2024 zeigt demnach, dass sich Baulandpreise mancherorts verzehnfacht hätten: Teurer sei es vor allem in Großstädten wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und München geworden.Mainz und Darmstadt gehören laut einer Auflistung des Redaktionsnetzwerks Deutschland für Häuslebauer längst ebenfalls zu den zehn teuersten kreisfreien Städten im Land. Die Baulandpreise für Eigenheime in mittleren Lagen seien in Darmstadt, dem Spitzenreiter in diesem Ranking, seit 2015 von einst 450 Euro auf mittlerweile 1200 Euro je Quadratmeter gestiegen. Mainz kommt mit einem Preisanstieg von 428 auf 983 Euro je Quadratmeter in dieser Kategorie auf Rang acht.In der rund 230.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt am Rhein sind die großen Wohnbauprojekte im Zentrum, wie die Umwandlung des Zollhafens, des früheren IBM-Areals und der Generalfeldzeugmeister-Kaserne, fast alle schon vergeben, wenn nicht gar bereits abgeschlossen. Wachsen soll die Kommune nach 2030 deshalb vor allem am Stadtrand, also etwa in den Stadtteilen Hechtsheim und Ebersheim.