Die Vermietung läuft schwach, aber für Käufer sind Frankfurter Büroimmobilien wieder interessanter geworden. Ein großer Deal könnte bevorstehen.Gewerbeimmobilien im Wert von 354 Millionen Euro haben nach Angaben des Maklerhauses BNP Paribas Real Estate im ersten Quartal 2026 im Raum Frankfurt den Eigentümer gewechselt. Das sei ein Plus von 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der stärkste Jahresanfang seit 2022. Doch der langjährige Mittelwert wird immer noch deutlich unterschritten – ebenso wie bei den Vermietungen, die im ersten Quartal schwach waren.Laut Riza Demirci, Leiter der Frankfurter Niederlassung von BNP Paribas Real Estate, gab es zwar eine steigende Zahl an Verkäufen, allerdings keine Abschlüsse mit großem Volumen. Die größten Transaktionen waren das künftig von der DZ Bank genutzte Bürogebäude „Fifty Avons“ an der Mainzer Landstraße und das an die Commerzbank vermietete Objekt „Overture“ an der Junghofstraße.Bisher fehlen die großen Abschlüsse„Seit 2022 wurde in keinem Auftaktquartal eine Transaktion im dreistelligen Millionenbereich registriert“, so Demirci. Sebastian Stein vom Makler Savills rechnet aber damit, dass „spürbar Bewegung“ in den Investmentmarkt kommt. „Es befinden sich aktuell so viele Objekte in Verkaufsprozessen wie seit etwa zwei Jahren nicht mehr“, sagt er. Die meisten davon fielen in die Kategorie bis 50 Millionen Euro. In Immobilienkreisen wird aber darüber gesprochen, dass eine große Transaktion bevorstehen könne. Der Opernturm soll für 850 Millionen Euro verkauft werden.Laut einem Bericht des Handelsblatts gibt es einen Favoriten, der den Zuschlag für den 170 Meter hohen Turm bekommen könnte. Es soll sich um den Münchner Investor Erich Schwaiger handeln, der für Aufsehen gesorgt hat, weil er in der bayerischen Landeshauptstadt mehrere Einzelhandelsimmobilien in Toplagen gekauft hat. Derzeit gehört der Opernturm zwei Immobilienfonds; sie sollen 2010 rund 550 Millionen Euro für das Hochhaus gezahlt haben, das größtenteils an die Schweizer Bank UBS vermietet ist.Demirci rechnet damit, dass bei den Investitionen in Gewerbeimmobilien in Frankfurt in diesem Jahr die Grenze von einer Milliarde Euro überschritten wird. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass sich die aktuell gestiegene geopolitische Unsicherheit im weiteren Jahresverlauf nicht zusätzlich verschärft. Nach Ansicht von Bent Roggenbock vom Makler CBRE profitiert Frankfurt aber gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Gesamtlage von seiner Rolle als „sicherer Hafen“ und etablierter Investitionsstandort. Der Sicherheitsaspekt gewinne für Investoren wieder an Bedeutung.