Russland: Memorial als "extremistisch" erklärt
Das Oberste Gericht Russlands hat die internationale gesellschaftliche Bewegung "Memorial" am 9. April als extremistisch eingestuft und ihre Aktivitäten im Inland verboten. Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. International wurde die Entscheidung scharf kritisiert, unter anderem vom Nobelkomitee und der Europäischen Union. Anwälte von "Memorial" argumentieren, dass das Gericht eine nicht existente Organisation verboten habe, da es keine registrierte "Internationale gesellschaftliche Bewegung 'Memorial'" gebe. Sie vermuten, dass die vage Formulierung der Klage Repressionen gegen alle "Memorial"-Strukturen ermöglichen soll. "Memorial", gegründet 1987, ist eine führende russische Organisation, die Repressionen der Sowjetzeit dokumentiert und ein umfangreiches Archiv über die Opfer führt.