Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige Updates"Willkommen in meiner alten Heimat": Grußbotschaft von Apollo-13-Kommandant Jim LovellKoch über erste Blicke auf die Rückseite des Mondes: „Spektakulär“Auf der Rückseite des MondesArtemis 2-Astronauten erreichen Einflusssphäre des MondesDem Mond nun näher als der Erde „
Orion“-Besatzung so weit von der Erde entfernt wie kein Mensch zuvor Auf ihrem Weg zum Mond hat die Besatzung der Raumkapsel
Orion einen neuen Rekord aufgestellt. Die vier Astronauten
Victor Glover,
Jeremy Hansen,
Christina Koch und
Reid Wiseman haben sich weiter von der Erde entfernt als jemals Menschen zuvor. Sie haben jetzt eine größere Distanz zwischen sich und der Erde gebracht als die Crew der Apollo-13-Mission, die 1970 etwa 400 171 Kilometer entfernt war.Der Flugverlauf von
Orion gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Derzeit befindet sie sich auf der Rückseite des Mondes. Noch sind die Astronauten nicht am weitesten Punkt ihrer Reise angekommen. Bis dahin ist es aber nur noch ein verhältnismäßiger Katzensprung: Gegen 1.09 Uhr soll die Raumkapsel 406 773 Kilometer von der Erde entfernt sein.Der restliche Zeitplan der Artemis-2-MissionBis Samstag werden
Christina Koch,
Victor Glover,
Reid Wiseman und
Jeremy Hansen noch unterwegs sein. Was passiert bis dahin? Ein kleiner Überblick: Am Dienstag gegen 0.44 Uhr tritt
Orion in den Mondschatten. Der Funkverkehr zur Erde bricht dann für 40 Minuten ab. Um 1.02 Uhr kommt
Orion dem Mond mit 6550 Kilometern am nächsten. Gegen 1.07 Uhr erreicht die Raumkapsel ihren Distanzrekord von 406 773 Kilometern, an dem sie am weitesten von der Erde entfernt ist. Von 19.20 Uhr an befindet sie sich wieder auf dem Rückweg in Richtung Erde.Am Mittwoch gegen 1.54 Uhr steht eine Kurskorrektur auf dem Weg zur Erde an.Pünktlich wach sein heißt es für die vier Astronauten auch am Freitag: Da stehen zwei weitere Kurskorrekturen an, gegen 4.50 Uhr und 20.50 Uhr.Spannend wird es dann am Samstag, wenn
Orion wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Gegen 1.30 Uhr, etwa eine halbe Stunde vor ihrer Ankunft auf der Erde, trennt sich die Raumkapsel zunächst vom europäischen Servicemodul. Für 2 Uhr ist vorgesehen, dass sie im Pazifik wassert. Gegen 3 Uhr soll die Crew die Kapsel auf dem Meer verlassen und etwa eine halbe Stunde später auf dem Recoveryshiff ankommen.Die Zeiten können sich laut Nasa noch leicht ändern."Willkommen in meiner alten Heimat": Grußbotschaft von Apollo-13-Kommandant Jim LovellJim Lovell war Mitglied der Mission Apollo 8, mit der im Dezember 1968 erstmals Menschen den Mond umkreisten. 1970 war er Kommandant der Unglücksmission
Apollo 13, bei der die drei Astronauten dank einer Rettungsaktion überlebten, nachdem ein Sauerstofftank im Servcemodul explodiert war. Kurz bevor die vier Astronauten von
Artemis 2 am Ostermontag den Vorbeiflug des Mondes beginnen, hat die Nasa eine Grußbotschaft veröffentlicht, die Lovell vor seinem Tod im August vorigen Jahres verfasst hat: „Hallo,
Artemis 2! Hier spricht der Apollo-Astronaut
Jim Lovell. Willkommen in meiner alten Heimat! Als Frank Borman, Bill Anders und ich mit Apollo 8 den Mond umkreisten, ermöglichten wir der Menschheit den ersten Blick aus nächster Nähe auf den Mond und boten einen Anblick unseres Heimatplaneten, der Menschen auf der ganzen Welt inspirierte und vereinte. Ich bin stolz darauf, diese Fackel an euch weiterzugeben – während ihr den Mond umkreist und den Grundstein für Missionen zum Mars legt … zum Wohle aller. Es ist ein historischer Tag, und ich weiß, wie beschäftigt ihr sein werdet. Aber vergesst nicht, die Aussicht zu genießen. Also, Reid, Victor, Christina und Jeremy sowie all die großartigen Teams, die euch unterstützen – viel Glück und Gottes Segen von uns allen hier auf der guten Erde.“Um 19.56 Uhr deutscher Zeit soll die
Orion-Kapsel den bisherigen Entfernungsrekord einer bemannten Raumfahrtmission von der Erde einstellen, den
Apollo 13 mit 400 171 Kilometern erreicht hat.
Orion soll diesen Rekord brechen und am Dienstagmorgen um 1.07 Uhr sogar eine Erddistanz von etwa 406 778 Kilometern erreichen.Koch über erste Blicke auf die Rückseite des Mondes: „Spektakulär“Beeindruckende neue Fotos, die von den Astronauten der Artemis-2-Mission aufgenommen wurden, zeigen den Mond von einer anderen Seite. Die ersten Blicke der Besatzung auf die Rückseite des Mondes, die der Erde dauerhaft abgewandt ist, nannte Nasa-Astronautin
Christina Koch „absolut spektakulär“, berichtet der US-Sender CNN: „Irgendetwas in einem spürt: ‚Das ist nicht der Mond, den ich normalerweise sehe‘“, sagte Koch.Die Astronauten berichteten, dass der Mond im Verlauf ihrer Reise durch die Fenster der
Orion immer größer erscheint. Auf der Reise von
Artemis 2 wird es zahlreiche Gelegenheiten für Selfies geben. Die Solarpaneele des Raumschiffs
Orion sind mit Kameras ausgestattet, die hochauflösende Fotos aufnehmen können, darunter auch welche mit dem Mond oder der Erde im Hintergrund.Auf der Rückseite des MondesDer Höhepunkt der Artemis-2-Mission wird der Vorbeiflug am Mond sein. Nach Angaben der Nasa erreicht die
Orion-Kapsel Integrity am Ostermontag um 6.41 Uhr deutscher Zeit den Bereich, in dem die Gravitation des Mondes stärker ist als die der Erde. Er liegt bei etwa 66 100 Kilometern Entfernung vom Mond. Ob die Crew dann angesichts der zunehmend überwältigenden Blicke aus dem Fenster überhaupt schlafen kann, ist unklar, doch muss sie laut Plan achteinhalb Stunden in die Schlafsäcke, um für den wohl wichtigsten Tag des Fluges fit zu sein.Die etwa sechseinhalbstündige Phase des Vorbeiflugs mit wissenschaftlichen Beobachtungen des Mondes beginnt der Nasa zufolge am Montag um 20.45 Uhr deutscher Zeit. Dabei sollen die drei Astronauten und die Astronautin an Bord zum Beispiel Einschlagkrater, alte Lavaströme sowie Oberflächenrisse fotografieren und beschreiben. Zum Abschluss kann die Crew eine Sonnenfinsternis beobachten. Der Mond verdeckt aus
Orion-Sicht die Sonne, sodass die Astronauten die Sonnenkorona am Mondrand analysieren kann. Für diesen Montag um 19.56 Uhr wird erwartet, dass
Orion den Rekordpunkt von
Apollo 13 mit 400 171 Kilometern Erdentfernung erreicht, weiter sind Menschen bislang nicht geflogen.
Orion selbst soll dann am Dienstag deutscher Zeit um 1.07 Uhr morgens den neuen Distanzrekord von 406 773 Kilometern erreichen. Fünf Minuten vorher soll sie dem Mond mit 6550 Kilometern am nächsten kommen.Bereits am Dienstag um 0.44 Uhr erreicht
Orion dem Flugplan zufolge den so genannten Mondschatten, befindet sich also auf der Mondrückseite, wodurch die Funkverbindung für etwa 40 Minuten abbricht.Die Zeiten können sich noch leicht ändern, so die Nasa.
Artemis 2-Astronauten erreichen Einflusssphäre des MondesDie vier Astronauten der
Artemis 2-Mission haben die Einflusssphäre des Mondes erreicht.
Orion sei an dem Punkt angekommen, an dem die Schwerkraft des Mondes stärker auf das Raumschiff wirke als die der Erde, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Dieser Bereich wird auch als Hill-Sphäre bezeichnet.
Artemis 2 baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission Artemis 1 von 2022 auf. Der Flugverlauf von
Artemis 2 gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die Crew soll nun um den Mond herumfliegen und am Samstag (MESZ) im Meer wieder auf der Erde aufkommen.In den nächsten Stunden soll das Raumschiff dem Mond am nächsten kommen - etwa 7 500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite. Von dort aus können die Astronauten dann Erde und Mond gleichzeitig sehen - und sogar auch eine Sonnenfinsternis, bei der die Sonne aus der Perspektive von
Orion hinter dem Mond verschwindet.Zudem könnten sie sich auch weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Den bisherigen Rekord stellte die Crew der
Apollo 13 -Mission 1970 mit rund 400 171 Kilometern auf.
Artemis 2-Astronauten feiern Ostern auf dem Weg zum Mond Die vier Astronauten der
Artemis 2-Mission haben auch auf dem Weg zum Mond Ostern gefeiert. In der
Orion-Kapsel, die etwa so viel Platz bietet wie zwei Minivans, hätten sie Ostereier versteckt, sagte die US-Astronautin
Christina Koch. "Es waren zwar eigentlich dehydrierte Rühreier, aber wir waren alle ziemlich glücklich damit."Die vier Astronauten der
Artemis 2-Crew - Koch und ihre US-Kollegen
Victor Glover und
Reid Wiseman sowie der kanadische Astronaut
Jeremy Hansen - sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren auf dem Weg zum Mond. Die Fotoausrüstung der AstronautenDie Welt staunt über die Fotos, die die Artemis-2-Astronauten aus dem All senden – und viele Fotografie-Interessierte fragen sich: Wie wurden diese gemacht? Das erste Missions-Foto der Erde, das am 2. April entstand, wurde von Kommandant
Reid Wiseman mit einer Nikon D5 aufgenommen. Die Verschlusszeit betrug 1/4 Sekunde, bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 51 200. Das Objektiv hatte eine Brennweite von 22 Millimetern und eine Blendenöffnung von 4. Die gewählte Kamera mag überraschen: Bei der D5 handelt es sich um ein zehn Jahre altes Modell, das noch über einen Spiegel vor dem Sensor verfügt. Inzwischen werden im Profi-Bereich meist spiegellose Kameras verwendet. Was (noch) für die D5 spricht: ihre extrem hohe Lichtempfindlichkeit. Und dass sie erprobt ist. Zwei D5 sind an Bord.Bei den folgenden Artemis-Missionen sollen modifizierte und spiegellose Nikon Z9 zum Einsatz kommen – das aktuelle Top-Modell der japanischen Firma. Eine dieser Kameras ist auch jetzt an Bord; Wiseman hatte hart darum gekämpft, sie auf die Ausrüstungsliste setzen zu dürfen – was erst in den Wochen vor dem Start glückte.Für Kamerafirmen sind die All-Expeditionen extrem prestigeträchtig. Die Partnerschaft zwischen Nikon und der Nasa reicht mehr als 50 Jahre zurück. Die erste Mondlandung 1969 wurde allerdings hauptsächlich mit (modifizierten) Hasselblad-Mittelformatkameras und Objektiven der Firma Zeiss aufgenommen, die an der Brust der Raumanzüge der Astronauten befestigt waren. Die schwedische Marke nutzt das noch heute zu Werbezwecken. Aus Gewichtsgründen wurden die meisten Kameragehäuse auf dem Mond zurückgelassen, nur die Kassetten mit den unentwickelten Filmen flogen zur Erde zurück.NewsdeskWilli WinklerDer Mond in der LiteraturKein anderer Autor deutscher Sprache hat so viele Mondmetaphern erdacht wie Arno Schmidt. Seit 2004 trägt ein Asteroid seinen Namen. In dem Novellchen „Schulausflug“ träumt der Erzähler (und natürlich träumt er für den Autor) von einem kleinen Glück, einem Häuschen in der Heide, ein ordentliches Bett, „nichts mehr ums liebe Brot schreiben zu brauchen“, Zeit, endlich den ganzen Lessing zu lesen, Ruhe, Ruhe. „An Uhren werden nur die lautlosen geduldet, die mit Sand und Sonne, oder höchstens im Korridor eine Standuhr, die alle Ewigkeiten, nachdem man vieles und vielfältiges gedacht hat, vor sich hin ‚Mnja‘ sagen. Den Mond untergehen sehen, über Wieseneinsamkeiten, ganz rot würde das silberne Wesen geworden sein, wenn es einsank in Dunstband und Kiefernborte…“. Auf und unter geht der Mond bei Arno Schmidt, in seinen Büchern unermüdlich bestaunt, bewundert, beschwärmt, allein, zu zweien, immer ist der Mond dabei: „Wir besahen zusammen eine zeitlang den mageren Mond, der sich im weißgestrickten Gewölk eins fror.“ Ein „Kupfergong“ ist er, „sehr niedrig im Äther“, ein „Mondkeil“, „margarinen“ manchmal, erscheint „traurig und glänzend im Fenstervier“, allgegenwärtig. Beim Aufwachen, heißt es einmal, „stierte der Mond durchs Seitenfenster in mein taubes Gesicht“. Kein Autor, keine Autorin deutscher Sprache hat den bleichen Gesellen da oben in schöneren Farben gemalt: „am Silberkraal des Mondes kauerte ein löwengelbes Gestern“. Schon in der frühen Erzählung „Leviathan“ wird er aufwändig beschworen: „Als junger Mensch hing mir der Mond wie eine Frucht mit schaumiger Seidenschale und schartigem Silberkern in den Weinranken.“ In romantischste Romantik verfällt der Dichter, wenn er sich zu seiner Obsession bekennt: „Das ist doch das Schönste im Leben: nachttief und Mond, Waldsäume, ein stillglänzendes Gewässer fern in bescheidener Wieseneinsamkeit.“ Und erliegt ihr doch nie, wird unbezahlbar grotesk: „… da schteht, genau mittn uff der een’n Schneise, ‘n rotes versoffenes Gesicht, mit schwarzer Ohrnklappe: sah aus, wie 3 Kommunistn! – Der Mond natürlich.“ Lange vor der ersten Landung auf dem Trabanten spielt Schmidts Roman „KAFF auch Mare Crisium“, 1960 erschienen, „in seinen entscheidenden Partien im Jahre 1980 auf dem Monde“, auf dem sich - „wo der Moont doch jetz so modärn iss –“ Russen und Amerikaner angesiedelt haben. Ende 1958 wird besagtes Häuschen endlich erworben, Schmidt ist glücklich, sein Nachtlicht schon zur Stelle: „schön zunehmender Mond“, notiert der Träumer im Tagebuch, „1. Mondlust an Bäumen & Besitz“. Selbstbewusst erinnert er Mit- und Nachwelt an seine Verdienste: „was ich schon so an Mondmetaphern ersonnen habe; es wäre nicht mehr als recht und billig, einen Mondkrater nach mir zu benennen“. Es wurde kein Mondkrater, aber ein vor 45 Jahren, kurz nach dem Tod des Mondomanen entdeckter Hauptgürtelasteroid trägt seit 2004 seinen Namen. Seither rauscht (12211) Arnoschmidt durchs All, unbemannt, wenig besungen, wie geträumt vom mondsüchtigen Arno Schmidt.Mehr zu Arno Schmidt erfahren Sie in diesem Text, der zum Anlass seines 100. Geburtstags im Jahr 2014 erschienen istIT-Probleme im All„Houston, ich habe ein Problem“, mag Astronautin
Christina Koch gedacht haben, als sie ihr Tablet in Betrieb nehmen wollte, es aber nicht funktionierte. An der Nasa liegt es jedenfalls nicht, wollte Artemis-Flugdirektor Judd Frieling wohl sagen, als er während der Samstags-Pressekonferenz von einem „Computerausfall“ sprach. Er sei nicht mehr zu benutzen, „aber wir haben ja noch die drei von Reid, Victor und Jeremy“, meinte er trocken. Koch könne ja Neuigkeiten mit ihnen austauschen und sich einen Computer von ihnen ausleihen. Das sei jedenfalls kein großes Problem und komme auch auf der Raumstation ISS vor.Wer weiß, wie ungern man E-Mails von einem fremden Computer aus verschickt, was grundsätzlich von der
Orion aus zumindest eingeschränkt geht, der kann sich auch vorstellen, dass dies durchaus ein großes Problem sein kann für jemanden, der 400 000 Kilometer weit weg nach Hause „telefonieren“ möchte. Und Fans des Films „E.T.“ sowieso.Welche Tablets an Bord des Raumschiffs sind, verriet der Flugdirektor nicht. Der Tech-Plattform Gizmodo zufolge handelt es sich um Microsoft Surface Tablets, die auch für private Konferenzen gedacht seien. Allerdings verfügen die Astronauten auch über iPhones.Der Nasa zufolge herrscht auch sonst ein reger Datenverkehr. Bis 18 Uhr deutscher Zeit seien über ein neues Laserkommunikationssystem im Demomode bereits mehr als 100 Gigabytes Daten zur Erde gesendet worden – inklusive hochaufgelöster Bilder.Der Apollo-13-MomentDie
Orion-Kapsel wird am Ostersonntag 200 000 Meilen von der Erde entfernt sein, rund 320 000 Kilometer. Auf dieser Distanz wurde der Mondflug von
Apollo 13 am 13. April 1970, knapp 56 Stunden nach dem Start, jäh unterbrochen. Im Versorgungsmodul der Kapsel war ein Sauerstofftank explodiert. Ursache war laut Nasa, dass das System überhitzt war, weil Thermostate nicht an technische Verbesserungen angepasst worden waren. Dadurch seien auch Teflonisolierungen beschädigt worden.„Houston, wir haben hier ein Problem“, meldete Jack Swigert der Bodenkontrolle nach der Explosion. Sauerstoff entwich ins All, die Mondfähre musste als eine Art Rettungsboot dienen. Verbunden mit weniger Energie, Trinkwasser und Nahrung für die drei Astronauten, denn die Systeme in der Kapsel mussten zeitweise heruntergefahren werden. Um den CO₂-Gehalt in der Mondfähre zu reduzieren, mussten die Astronauten mithilfe der Ingenieure am Boden einen Filter zusammenbasteln. Letztlich konnten die Astronauten dank des Sauerstoffs der Mondfähre nach einem Flug um den Mond nach vier Tagen wohlbehalten zur Erde zurückkehren.Auf die Havarie angesprochen, sagte Artemis-Commander
Reid Wiseman 2023 bei einem Airbus-Besuch der vier Astronauten in Bremen: „Wir lernen viel aus den Missionen, die wir fliegen“. Natürlich könne immer etwas passieren, und man spreche über alle möglichen Risiken. Das Bordsystem sei so redundant ausgelegt, dass man im Notfall gewappnet sei.Airbus baut in Bremen das Europäische Servicemodul, das dem Versorgungsmodul aus Apollo-Zeiten entspricht.
Jeremy Hansen sagte damals, dass die internationale Zusammenarbeit auch deswegen so wichtig sei, um die besten Technologien zusammenzubringen. Und ja, die Astronauten lieben den Film „
Apollo 13“ mit Tom Hanks, wie sie bekannten.Die Geschwindigkeit der
Orion schwankt übrigens, da sie seit dem Mondschuss in der Nacht zum Donnerstag ohne Antrieb unterwegs ist. Diverse Gravitationskräfte wie von Erde und Mond zerren an der Kapsel und verlangsamen oder beschleunigen sie wieder.Der Mond in der Musik: Die Entstehung von „Walking on the
Moon“ von PoliceEigentlich passt „Walking on the
Moon“ natürlich nicht. Es wird niemand über den Mond spazieren. Aber erstens gibt es auf der Welt keine (oder allerhöchstens sehr, sehr wenige) Instrumente, die derart mondsilbrig umherflirren, wie Andy Summers’ Gitarre in dem Police-Song aus dem Jahr 1979. Und zweitens geht in dem Stück ja auch niemand auf dem Mond spazieren. Sting hat über die Jahre ein paar Versionen zur Entstehung verbreitet, und in der schönsten davon taperte er nach einem Konzert rabenstramm durch ein Münchner Hotelzimmer, der Whirlpool blubberte und er sang – absolut wahrheitsgemäß: „Walking round the room, ya, ya, walking round the room“.Am nächsten Morgen griff die gute alte Regel: Besoffen schreiben, nüchtern gegenhören. Also änderte er den „dämlichen Titel in einen noch dämlicheren“ (Selbstbeschreibung). Et voilà:Giant steps are what you take Walking on the
Moon I hope my leg don't break Walking on the moonUnd auch das ja ein sehr irdischer Blick auf diese Art des Flanierens. Die Wahrscheinlichkeit, sich bei einem Mondspaziergang das Bein zu brechen, ist schließlich (die Schwerkraft beziehungsweise deren geringerer Einfluss) deutlich niedriger als auf der Erde.Dem Mond nun näher als der Erde Die vier Astronauten an Bord der
Orion-Kapsel sind dem Mond mittlerweile näher als der Erde. „Die
Artemis 2-Mission hat mehr als die Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt“, teilte die Nasa mit. Für
Victor Glover, seine US-Kollegen
Christina Koch und
Reid Wiseman sowie den kanadischen Astronauten
Jeremy Hansen stehen während der Mission wissenschaftliche Tests und Trainingsaufgaben auf dem Programm – und immer wieder besondere Ausblicke: „Wir können durch die Andockluke gerade den Mond sehen. Es ist ein wunderschöner Anblick“, sagte Astronautin
Christina Koch laut Nasa.Während der insgesamt zehntägigen Mission bleibt für die vier wenig dem Zufall überlassen: So teilt die Nasa sogar öffentlich mit, wenn die Astronauten sich aufs Zubettgehen vorbereiten und wann sie ihre Schlafphase beginnen sollen. Geweckt wird das Artemis-Team von Kollegen am Boden – am Freitag etwa durch den Song „In a Daydream“ von der Freddy Jones Band, in dem es unter anderem heißt „No one around just me and the sky“ (deutsch: „Niemand ist hier, nur ich und der Himmel“).Übermorgen, am fünften Flugtag, soll
Orion den Punkt erreichen, wenn die Schwerkraft des Mondes stärker auf das Raumschiff wirkt als die der Erde. Am sechsten Flugtag soll das Raumschiff dem Mond am nächsten kommen – etwa 7500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite. Von dort aus können die Astronauten dann Erde und Mond gleichzeitig sehen – und sogar auch eine Sonnenfinsternis, bei der die Sonne aus der Perspektive von
Orion hinter dem Mond verschwindet. An diesem Flugtag könnten sie sich auch weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Den bisherigen Rekord stellte die Crew der
Apollo 13-Mission 1970 mit rund 400 171 Kilometern auf.Was tut diese Plüschkugel im All?Wer sich das Interview von ABC News mit den Astronauten im Weltall anschaut, sieht nicht nur vier Menschen in einem Raumschiff, sondern auch eine kleine Plüschkugel. Sie hat ein Gesicht und trägt eine Mütze in den Farben der Erde. Mit dem Namen „Rise“ soll sie an das berühmte Foto „Earthrise“ erinnern, das Apollo-8-Astronaut William Anders 1968 aufgenommen hat. Die Plüschkugel ist ein Glücksbringer, hat aber auch eine ganz praktische Funktion: „Rise“ ist ein Schwerelosigkeitsindikator. Als solcher hat sie den angeschnallten Astronauten neun Minuten nach ihrem Start angezeigt, dass sie in der Schwerelosigkeit angekommen sind.Mehr zu „Rise“ weiß Martin Zips.Zweimal am Mond, aber nie gelandetWenn Nasa-Astronautin
Christina Koch und ihre Kollegen
Reid Wiseman,
Victor Glover und
Jeremy Hansen bald den Mond umkreisen und womöglich nie wieder dorthin kommen, dann teilen sie das Schicksal mit einigen Apollo-Astronauten, die zwar den Mond umrundet haben, aber nie auf der Oberfläche gelandet sind. Dem Nasa-Astronauten
Jim Lovell ist das gleich zweimal passiert: Mit Apollo 8 flog er im Dezember 1968 zehnmal um den Mond, mit
Apollo 13 kehrte er 1970 dorthin zurück. Die Beinahe-Katastrophe bei der Explosion eines Sauerstofftanks brachte ihn um die Mondflandung. Kapsel und Mondfähre flogen einmal um den Mond und gleich wieder zurück – was die Crew rettete.Lovell war damit der bisher einzige Astronaut, der zwar zweimal zum Mond geflogen ist, aber nicht im Mondstaub spazieren durfte. Besser getroffen hat es hingegen John Young, der 1969 mit Apollo 10 zum Mond flog, um die Mondfähre zu testen, und 1972 mit Apollo 16 auf dem Mond landen durfte. Apollo-10-Kollege Gene Cernan tat es ihm gleich und war mit der bisher letzten Mondmission Apollo 17 in der Kraterlandschaft unterwegs.Insgesamt flogen in der Apollo-Zeit 24 verschiedene Astronauten zum Mond, zwölf landeten dort auch.Mehr ladenTickarooLive Blog Software