PolitikGlobal10. April 2026Orthodoxe Christen feiern Ostern und Russlands Waffen sollen deshalb an diesem Wochenende im
Ukraine-Krieg schweigen. Die deutsche "Spectrum"-Rakete bleibt weiter am Boden. Das Wichtigste in Kürze.https://p.dw.com/p/5Bx4eRusslands Präsident
Wladimir Putin in seinem BüroBild: Alexander Kazakov/Sputnik/REUTERSAnlässlich des orthodoxen Osterfests am Wochenende sollen im russischen Angriffskrieg gegen die
Ukraine die Waffen ruhen. Russlands Präsident
Wladimir Putin erklärte eine Feuerpause von Samstagnachmittag bis einschließlich Sonntag, wie der Kreml in Moskau mitteilte. Der Generalstab der russischen Armee sei angewiesen worden, "die Kampfhandlungen in allen Richtungen für diesen Zeitraum einzustellen". Die Truppen seien zugleich bereit, "allen möglichen Provokationen des Feindes entgegenzuwirken". Auch die
Ukraine will an diesem Wochenende die Waffen schweigen lassen. In Kyjiw bekräftigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Vorhaben. In den vergangenen Monaten hatten mehrere Gesprächsrunden zwischen Russland und der
Ukraine unter Vermittlung der USA keine Fortschritte in Richtung einer Einstellung der Kampfhandlungen gebracht. Die russische Führung besteht bislang auf territorialen und politischen Eingeständnissen der
Ukraine, welche die Regierung in Kyjiw als Kapitulation sieht und ausgeschlossen hat. In der russuschen Hauptstadt Moskau haben maskierte Sicherheitskräfte die Redaktion der unabhängigen Zeitung "
Nowaja Gaseta" durchsucht. Die Polizei teilte am Donnerstag mit, es gehe um ein Strafverfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Datenschutz. Redaktionsgebäude der "
Nowaja Gaseta" in MoskauBild: Igor Ivanko/AFP Die "
Nowaja Gaseta" war 1993 gegründet worden und gehörte viele Jahre zu den führenden Investigativmedien in Russland. Wegen ihrer kritischen Berichterstattung stand die Zeitung bereits stark unter Druck. Mit Beginn des
Ukraine-Kriegs 2022 und nach Einführung der Militärzensur wurde die Lizenz entzogen; das Blatt stellte das Erscheinen in Russland ein. In Moskau verblieb eine Redaktion, die unter anderem eine Zeitschrift produziert. Viele Mitarbeiter der "Novaja Gaseta" gingen nach
Lettland ins Exil. Sie arbeiten von dort aus für ein offiziell unabhängiges Internetportal. Deutschland ist jetzt größter Geber von Entwicklungshilfe Wegen des Rückzugs der USA sind die Zahlungen für Entwicklungszusammenarbeit 2025 weltweit so stark geschrumpft wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die bereitgestellten Mittel um 23 Prozent zurück, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitteilte. Sie lagen nun bei insgesamt 174 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 149 Milliarden Euro. In den USA betrug der Rückgang fast 57 Prozent. Auch Deutschland kürzte die öffentliche Entwicklungshilfe inflationsbereinigt um 17 Prozent auf etwa 26 Milliarden Euro. Nach absoluten Zahlen stieg die Bundesrepublik erstmals zum weltweit größten Geber auf, gefolgt von den USA, Großbritannien und Japan. Gemessen an der Wirtschaftskraft führen dagegen Norwegen, Luxemburg und Schweden die Tabelle an. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan erklärte, Deutschland bleibe trotz "schmerzhafter Einsparungen" ein "verlässlicher Partner in der Welt". Bei Deutschlands größter Airline, der Lufthansa, hat der eintägige Streik des Kabinenpersonals begonnen. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hat ihre Mitglieder aufgerufen, bis 22.00 Uhr deutscher Zeit bei Flügen der Lufthansa und ihrer Tochter Cityline in Deutschland die Arbeit niederzulegen. Hunderte Verbindungen wurden deshalb bereits gestrichen. Betroffen sind die Drehkreuze Frankfurt und München sowie sieben weitere deutsche Airports. Geparkte Lufthansa-Jets in Frankfurt am MainBild: Hannes P Albert/dpa/picture alliance Um die Folgen des Streiks zu begrenzen, hat die Lufthansa zusätzliche Flüge von nicht betroffenen Tochtergesellschaften angekündigt. Zudem sollen größere Maschinen zum Einsatz kommen. In der laufenden Tarifauseinandersetzung fordert die Gewerkschaft für Lufthansa-Crews Arbeitszeitentlastungen. Bei der Cityline geht es um einen Sozialplan für Stewardessen und Stewards. Die Lufthansa will den Betrieb dieser Tochtergesellschaft im kommenden Jahr einstellen. Die Weltraumfirma Isar Aerospace aus Deutschland ist erneut mit einem Raketenstart gescheitert. Der Countdown für einen Testflug vom Weltraumbahnhof Andøya im Norden Norwegens wurde am Donnerstagabend abgebrochen. Nach Angaben des Unternehmens war ein Leck in einem Druckbehälter der "Spectrum"-Rakete der Grund. "Startabbrüche gehören zur Raketenindustrie; jedes erfolgreiche Raumfahrtunternehmen hat das schon erlebt"; so Aerospace-Chef Daniel Metzler: "Jeder Versuch liefere wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse." Weltraumbahnhof Andøya in Norwegen (im Februar)Bild: Soeren Stache/dpa/picture alliance Schon vor zwei Wochen musste Isar Aerospace einen Start wegen technischer Probleme abbrechen. Beim ersten Testflug vor rund einem Jahr konnte eine Rakete dieses Typs vom Boden abheben, war dann aber abgestürzt. Auf der "Spectrum", die bis zu einer Tonne Last transportieren kann, ruhen große Hoffnungen der europäischen Raumfahrtindustrie. Sie soll bei Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen bringen. Aus Deutschland geflohene Rechtsextremistin Liebich gefasst Nach monatelanger Fahndung ist die verurteilte deutsche Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich in Tschechien festgenommen worden. Grundlage war ein europäischer Haftbefehl. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Halle wurde sie in Krásná in Westtschechien gefasst. Rechtsextremistin Liebich vor ihrem Berufungsverfahren am Landgericht Leipzig (im Juli)Bild: Sebastian Willnow/dpa/picture alliance 2023 war Liebich - damals noch unter dem männlichen Vornamen Sven - wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Rechtsmittel hiergegen blieben erfolglos. Weil Liebich bis August die Haft im Frauengefängnis in Chemnitz nicht angetreten hatte, wurde ein Vollstreckungshaftbefehl erlassen. Per Social-Media-Post hatte die Rechtsextremistin mitgeteilt, sich ins Ausland abgesetzt zu haben. Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.