Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Wichtige Updates10.04.202616:19 UhrKristin HaugNetanyahu weist spanische Vertreter aus Hilfszentrum in
Israel ausSortierungÜberblick: Das ist die aktuelle Lage Die von US-Präsident
Donald Trump verkündete Waffenruhe im Irankrieg scheint nicht sehr stabil zu sein. Teheran meldete Angriffe, Berichte über Attacken gibt es auch aus den Golfstaaten. Zudem greift
Israel massiv Ziele im
Libanon an. US-Präsident Trump wirft
Iran vor, den Deal nicht einzuhalten, weil die
Straße von Hormus weiter blockiert ist. Er kritisierte zudem Irans Pläne, von Schiffen eine Gebühr für die Passage kassieren zu wollen.In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad laufen Vorbereitungen für die Verhandlungen zwischen
Iran und den USA. Ziel ist ein längerfristiger Friedensvertrag.
Iran kündigt jedoch an, nur verhandeln zu wollen, wenn es im
Libanon eine Waffenruhe gebe. Trump droht der Gegenseite bereits vor Gesprächsbeginn mit neuen Angriffen.Letzteres fordert auch der
Libanon selbst. Dann erst sei eine Grundlage für eigene Verhandlungen mit
Israel geschaffen, die der israelische Premier
Benjamin Netanyahu initiieren möchte. Mehr Hintergrund:Warum das vorläufige Ergebnis von Trumps Feldzug eine strategische Niederlage ist.Israels Premier Netanyahu lässt im
Libanon weiter bomben. Was treibt ihn? Lesen Sie hier die Analyse.📌Trump droht für den Fall des Scheiterns der Gespräche in
Pakistan: »Wir bewaffnen die Schiffe«Kurz vor Beginn der US-iranischen Verhandlungen in
Pakistan schickt US-Präsident Trump Drohungen in Richtung des Gesprächspartners: »Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition, den besten Waffen, die je hergestellt wurden – sogar noch besser als das, was wir zuvor gemacht haben, und da haben wir sie schon in die Luft gejagt«, sagte Trump in einem Telefoninterview mit der »New York Post«.Die USA würden die Angriffe auf
Iran sofort wieder aufnehmen, sollten die Friedensgespräche in
Pakistan scheitern, so Trump demnach weiter. Das Gespräch soll den Angaben der Zeitung stattgefunden haben, kurz nachdem US-Vizepräsident
JD Vance nach Islamabad aufgebrochen war, wo er mit den Sondergesandten
Steve Witkoff und
Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn, mit der iranischen Seite verhandeln soll.»Wir werden es in etwa 24 Stunden erfahren. Wir werden es bald wissen«, sagte Trump in dem Interview auf die Frage, ob er glaube, dass die Gespräche erfolgreich sein würden. »Wir beladen die Schiffe. Wir beladen die Schiffe mit den besten jemals hergestellten Waffen, sogar auf einem höheren Niveau als bisher, um eine vollständige Vernichtung durchzuführen«, betonte der Präsident erneut. »Und wenn wir keine Einigung erzielen, werden wir sie einsetzen, und zwar sehr effektiv.«Aufseiten Irans werden voraussichtlich Außenminister Abbas Araghchi und der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, die Gespräche führen. Trump sagte dazu, die USA hätten es »mit Leuten zu tun, von denen wir nicht wissen, ob sie die Wahrheit sagen oder nicht. Uns gegenüber tun sie so, als würden sie alle Atomwaffen abschaffen, alles sei weg. Und dann gehen sie an die Presse und sagen: ›Nein, wir möchten anreichern.‹ Wir werden sehen.«Liebe Leserinnen, liebe Leser,die Freitagnacht geht zu Ende – und damit auch dieser Newsblog. Wir berichten selbstverständlich weiter über die Eskalation in Nahost: aus unserem Hamburger Newsroom und den Büros unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten weltweit. Iraner seit 1.000 Stunden vom Internet abgeschnittenDie Iraner sind inzwischen seit 1000 Stunden vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Das teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks in der Nacht auf der Plattform X mit. Es handelt sich demnach um die bislang längste landesweite Internetsperre weltweit. Mit Beginn des Irankriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen. Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X – also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind. Vance will in
Pakistan mit Iranern über Friedenslösung verhandeln – und warnt vor »Spielchen« US-Vizepräsident
JD Vance verhandelt an diesem Wochenende an der Spitze in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mit Vertretern aus Teheran über eine dauerhafte Friedenslösung im Irankrieg. Vor seinem Abflug nach
Pakistan hatte Vance sich »optimistisch« geäußert, dass es zu einer Einigung kommen werde. Gleichzeitig warnte er Teheran davor, »Spielchen zu spielen«. Uno-Chef drängt USA und
Iran, Chance für Gespräche zu nutzenKurz vor den geplanten Verhandlungen zwischen den USA und
Iran hat Uno-Generalsekretär António Guterres beide Kriegsparteien aufgefordert, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen. Sie müssten die Gespräche in
Pakistan als Chance nutzen, »um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu bemühen, mit dem Ziel, die Lage zu deeskalieren und eine Rückkehr zu Feindseligkeiten zu verhindern«, sagte Uno-Sprecher Stéphane Dujarric.
Israel will bei
Libanon-Gesprächen mit Hisbollah nicht über eine Waffenruhe reden
Israel will bei den geplanten Gesprächen mit dem
Libanon nicht über eine Waffenruhe mit der proiranischen Hisbollah-Miliz sprechen. Der israelische Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, erklärte am Freitag,
Israel habe »formalen Friedensverhandlungen« mit der libanesischen Regierung zugestimmt.
Israel weigere sich aber, über »eine Waffenruhe mit der Terrororganisation Hisbollah« zu sprechen. Die Miliz greife weiterhin
Israel an und sei »das Haupthindernis für Frieden zwischen beiden Ländern«. Ringen um Waffenruhe im
Libanon – Botschafter knüpfen ersten KontaktNach wochenlangen Kämpfen zwischen den israelischen Streitkräften und der Hisbollah-Miliz im
Libanon haben die Botschafter beider Länder in den USA erste Kontakte zur Vorbereitung möglicher Gespräche über eine Waffenruhe geknüpft. Die libanesische Botschafterin in Washington und der israelische Botschafter loteten in einem Telefonat die Chancen für Verhandlungen aus, wie das Präsidialamt in Beirut mitteilte. Auch der US-Botschafter im
Libanon war zugeschaltet. Demnach wurde ein erstes Treffen am kommenden Dienstag im US-Außenministerium vereinbart. Ziel sei die Verkündung einer Waffenruhe und der Beginn formeller Verhandlungen zwischen
Israel und dem
Libanon unter Vermittlung der USA, hieß es aus Beirut weiter. Das US-Außenministerium bestätigte lediglich Verhandlungen über eine Waffenruhe in der kommenden Woche. Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals Axios ist
Israel zwar zu Gesprächen über einen Waffenstillstand mit dem
Libanon bereit, nicht aber zu Verhandlungen über eine Feuerpause gegenüber der proiranischen Hisbollah. Trump glaubt, dass
Straße von Hormus »ziemlich bald« geöffnet wird US-Präsident
Donald Trump geht nach eigenen Angaben von einer baldigen Öffnung der
Straße von Hormus aus. »Wir werden den Golf mit oder ohne sie (die Iraner) öffnen«, sagte Trump am Freitag vor Journalisten. »Ich denke, es wird ziemlich schnell passieren, und wenn nicht, werden wir es zu Ende bringen.« Trump fügte hinzu: »Wir werden das ziemlich bald offen haben.«Die strategisch wichtige Meerenge dürfte eines der zentralen Themen bei den für das Wochenende in
Pakistan geplanten Friedensgesprächen zwischen den USA und
Iran werden. Trump verlangt von Teheran, die während des Irankriegs blockierte
Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freizugeben. Jakob HallmannNewsdeskLibanon und
Israel vereinbaren ersten VerhandlungsterminDie Botschafter vom
Libanon und
Israel in Washington haben am Freitag telefoniert und sich auf einen Beginn der Verhandlungen am Dienstag geeinigt. Der US-Botschafter für den
Libanon habe ebenfalls teilgenommen, so das libanesische Präsidialamt. Der Anruf sei Teil der diplomatischen Bemühungen zwischen den beiden Ländern gewesen, einen Waffenstillstand zu vereinbaren und Verhandlungen in Gang zu bringen. Das Treffen soll unter US-Vermittlung im US-Außenministerium stattfinden.Jakob HallmannNewsdeskIranische Delegation in
Pakistan eingetroffenVor den geplanten Friedensgesprächen mit den USA ist die iranische Delegation in
Pakistan eingetroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars wird sie von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt. Zur Delegation gehören auch Außenminister Abbas Araghchi, der Sekretär des Verteidigungsrates, Ali-Akbar Ahmadian, und der Gouverneur der Zentralbank, Abdol-Naser Hemmati.Unter Vermittlung Pakistans sollen am Samstag Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Kriegs beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident
JD Vance angeführt.
Iran hatte zuvor seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im
Libanon geknüpft. Ghalibaf forderte außerdem eine Freigabe der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte vor Beginn der Verhandlungen. Unklar ist, ob diese Forderungen erfüllt wurden oder ob es entsprechende Zusicherungen gibt.