Die Kämpfe in
Iran gehen in die fünfte Woche: Erneut wird die Hauptstadt
Teheran und iranische Energieinfrastruktur bombardiert.
Iran schlägt zurück. US-Präsident Trump hat unterdessen iranisches Öl und die Insel Charg im Visier. US-Präsident
Donald Trump hat Spekulationen über eine Bodenoffensive in der Islamischen Republik
Iran angeheizt. In einem Interview mit der Zeitung
Financial Times sagte Trump vage: "Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen". Weiter wird er zitiert: "Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort bleiben müssten." Über Charg, eine Insel im Persischen Golf, wickelt
Iran etwa 90 Prozent seiner Erdölausfuhren ab. Das
Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten in die Region angeordnet, die für Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, berichtete die Zeitung weiter. Ein Angriff auf Charg wäre jedoch riskant. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären. Trump sagte der
Financial Times, dass er sich "am liebsten" das Öl in
Iran aneignen wolle. Er fügte hinzu: "Aber einige dumme Leute in den USA sagen: 'Warum tust du das?' Aber das sind dumme Leute." Nach Trumps Worten kommen die indirekten Gespräche zwischen den USA und
Iran über pakistanische Vermittler gut voran. Ein Abkommen über eine Waffenruhe könne ziemlich schnell erzielt werden. Die Frist, um einem möglichen Abkommen zuzustimmen, läuft am 7. April ab, wurde von Trump aber schon mehrmals verschoben. Zum Thema Waffenruhe mit
Iran sagte Trump der Zeitung aber auch: "Wir haben noch etwa 3.000 Ziele übrig - wir haben 13.000 Ziele bombardiert - und noch ein paar Tausend Ziele vor uns." Trump hat sich seit Beginn des Krieges wiederholt widersprüchlich zur geplanten Dauer des Krieges und mögliche Verhandlungslösungen geäußert. Zudem sagte Trump der
Financial Times,
Iran erlaube nun 20 Öltankern unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und damit doppelt so vielen wie zuvor. Das habe der iranische Parlamentspräsident
Mohammad Bagher Ghalibaf genehmigt. Unterdessen dauert der gegenseitige Beschuss an. Die israelische Armee teilte in der Nacht mit, es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden.
Iran beschoss
Israel zudem erneut mit Raketen. Berichte über Einschläge oder Verletzte gab es nicht. Auch
Kuwait und andere Golfstaaten gerieten wieder unter Beschuss durch
Iran. Das Energieministerium in
Kuwait meldete in der Nacht auf der Plattform X Schäden an einem Nebengebäude eines Stromkraftwerks und einer Entsalzungsanlage. Die Luftabwehr Saudi-Arabiens fing laut Verteidigungsministerium fünf ballistische Raketen ab. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate fingen laut dem arabischen Sender Al Jazeera Drohnen und Raketen ab. Auch die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe in
Iran fort. Es werde "militärische Infrastruktur" in der iranischen Hauptstadt
Teheran attackiert, teilte die Armee am frühen Morgen ohne nähere Angaben mit. Iranische Staatsmedien meldeten an mehreren Orten im Land Angriffe auf die Energieinfrastruktur.
Israel und die USA hatten ihren gemeinsamen Krieg gegen die Islamische Republik vor gut einem Monat begonnen. Seit Tagen gibt es Berichte über eine mögliche Bodenoffensive des US-Militärs in
Iran.
Pakistan bemüht sich zwar um Vermittlung, bisher haben Washington und
Teheran aber noch keine direkten Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs aufgenommen.