30. März 2026Seit Tagen gibt es Berichte über eine mögliche Bodenoffensive des US-Militärs im
Iran. US-Präsident Trump heizt die Spekulationen an. Er hat - wie er offen sagt - Irans Öl im Blick.https://p.dw.com/p/5BMCeDie Satellitenaufnahme zeigt Ölterminals auf Irans Insel ChargBild: Planet Labs PBC/Handout/REUTERSUS-Präsident
Donald Trump würde nach eigenen Angaben gerne die Kontrolle über Irans Öl übernehmen. "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im
Iran nehmen", sagte der Republikaner in einem Interview mit der britischen Zeitung "
Financial Times". Nähere Angaben machte er jedoch nicht. Klar ist: Für einen solchen Schritt müsste das
US-Militär die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären. Am Wochenende hatte die "
Washington Post" berichtet, die US-Regierung bereite die Entsendung von Bodentruppen in den
Iran vor. Das
US-Verteidigungsministerium habe weit fortgeschrittene Pläne für eine wochenlange Bodenoffensive ausgearbeitet. Demnach umfassen die Pläne des Pentagon Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Bodentruppen auf Charg sowie in Küstenstandorten nahe der
Straße von Hormus. Ein vollständiger Einmarsch sei jedoch nicht Teil der Planungen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte. Trotz seiner Drohungen, die iranische Ölförderung einzunehmen, betonte Trump im Interview mit der "
Financial Times", dass die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem
Iran über pakistanische Vermittler gut vorankämen. Trump hat dem
Iran eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu akzeptieren – andernfalls drohen US-Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April ab.
Donald Trump, hier beim Einstieg in die Präsidentenmaschine Air Force One (29.3.26)Bild: Mark Schiefelbein/AP Photo/dpa/picture alliance Die USA und
Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf den
Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des
Iran-Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf
Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Die vom
Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat
Israel erneut mit Drohnen angegriffen. Es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden, teilte die israelische Armee mit. Betroffen von den Kriegshandlungen sind nach wie vor auch mehrere Golfstaaten. Kuwait meldete in der Nacht Schäden an einem Stromkraftwerk und einer Entsalzungsanlage. Ein indischer Arbeiter sei ums Leben gekommen. Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing fünf ballistische Raketen ab, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate seien wieder unter Beschuss durch Drohnen und Raketen geraten, berichtet der arabische Fernsehsender Al Jazeera. Die Ölpreise sind unterdessen zum Start in die fünfte Handelswoche nach dem Beginn des
Iran-Kriegs gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu vier Prozent auf fast 117 Dollar. Auch die Preise anderer Ölsorten zogen an. Der Preisschub hat Folgen für Wirtschaft und Verbraucher weltweit, so sind unter anderem die Kosten für Treibstoff in die Höhe geschnellt. haz/pg/as (dpa, rtr, afp)Die immensen Kosten des
Iran-KriegesTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video