Vermittlung im
Iran-Krieg
Pakistan kündigt US-iranische Gespräche an Stand: 29.03.2026 • 21:57 Uhr Während der Krieg im Nahen Osten unvermindert weitergeht, hat der pakistanische Außenminister baldige Gespräche zwischen den USA und
Iran angekündigt. Unklar ist noch, was genau in
Pakistan besprochen werden soll. Der pakistanische Außenminister
Ishaq Dar hat baldige Gespräche zwischen
Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten angekündigt.
Pakistan werde Gastgeberland der Gespräche sein, erklärte Dar.
Pakistan freue sich sehr darüber, dass sowohl
Iran als auch die USA Vertrauen in die Rolle Pakistans bei der Vermittlung der Gespräche geäußert hätten, die in den "kommenden Tagen" stattfinden würden, sagte der Außenminister in einer Fernsehansprache. Dar machte zunächst keine Angaben dazu, ob es sich um ein direktes oder ein indirektes Gesprächsformat handeln werde. Aus Teheran und
Washington lagen zunächst keine Stellungnahmen vor. Unklar ist auch, ob es dabei um einen Waffenstillstand gehen soll oder gegebenenfalls zunächst um eine vorläufige Lösung für die Lage an der Straße von Hormus, wie ARD-Korrespondentin Katharina Willinger erklärt. Die Meerenge wird de facto fast vollständig von
Iran blockiert, mit schwerwiegenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft. Nun soll von Vermittlern ein Gebührenmodell für die Durchfahrt ausgearbeitet worden sein - mit dem Suezkanal als Vorbild, so Willinger. Zuvor hatten die Außenminister Saudi-Arabiens, der Türkei, Ägyptens und Pakistans über Wege zur Beendigung des
Iran-Krieges beraten. Das Treffen in
Islamabad sei einberufen worden, "um die sich entwickelnde Lage in der Region zu erörtern und Fragen von gemeinsamem Interesse zu besprechen", teilte das pakistanische Außenministerium mit. Vor dem Vierer-Treffen empfing Dar seine jeweiligen Kollegen separat zu bilateralen Gesprächen. Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty und sein türkischer Kollege Hakan Fidan trafen zudem mit Pakistans einflussreichem Armeechef Asim Munir zusammen. Dar sagte, seine Amtskollegen unterstützten die pakistanischen Friedensbemühungen. Vertreter der USA oder Israels waren nicht zugegen, wie es aus Ministeriumskreisen hieß. Das Treffen soll morgen fortgesetzt werden, wie ARD-Korrespondentin Franziska Amler berichtet.
Iran und
Pakistan haben eine kilometerlange Grenze. Im
Iran-Krieg hat
Pakistan zuletzt eine Vermittlerrolle zwischen
Iran und den USA eingenommen. Die Regierung in
Islamabad verfügt über gute Beziehungen zu Teheran und den Golfstaaten sowie zu den USA. "Zugleich hat
Pakistan ein großes Eigeninteresse an einem Ende der Gewalt. Die Sorge vor einem Übergreifen des Konflikts ist groß - das Land teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit
Iran", so Amler. Hinzu kommt, dass
Pakistan 2025 einen Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien geschlossen hat, das nun von
Iran beschossen wird. Als Vermittler sehe sich
Pakistan aber von der Beistandspflicht ausgenommen, wie Islamforscher Simon Fuchs im Spiegel erklärt. Der pakistanische Verteidigungsanalyst Asif Durrani sieht zudem glaubwürdigen regionalen Rückhalt für die Vermittlungsbemühungen seines Landes. Darauf deute die Teilnahme der jetzigen Außenminister-Gespräche in
Islamabad hin, sagte Durrani laut der Nachrichtenagentur AP. Die Entscheidung Teherans, 20 weiteren unter der Flagge Pakistans fahrenden Schiffen die Nutzung der Straße von Hormus zu erlauben, spiegele das Vertrauen Irans in
Pakistan und dessen Rolle als Vermittler wider. "Sie sendet zudem ein klares Signal, dass
Iran weiterhin offen für Geschäfte mit der Welt ist, sofern die Vereinigten Staaten auf Zwang verzichten", sagte Durrani. Unterdessen gehen die Kämpfe im Nahen Osten weiter. Neben Angriffen auf
Iran und Israel meldeten auch mehrere Golfstaaten erneut Schäden - darunter Katar, Kuwait, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Syrien hat nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf eine US-Militärbasis aus dem Irak abgewehrt. Auch die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon dauern an. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nun eine Ausweitung der Pufferzone im Libanon zum Schutz israelischer Ortschaften angeordnet. Er habe die israelische Armee angewiesen, die bereits bestehende Sicherheitszone in dem nördlichen Nachbarland "weiter auszudehnen". Damit solle "die Gefahr einer Invasion" durch die pro-iranische Hisbollah "endgültig neutralisiert und der Beschuss der Grenze mit Panzerabwehrraketen verhindert werden".