29. März 2026Der
Iran-Krieg geht in die fünfte Woche.
Pakistan bemüht sich um Deeskalation. Aus dem
Iran kommen jedoch scharfe Drohungen gegen die USA.https://p.dw.com/p/5BKNZNach US-Angriffen auf iranische Universitäten droht
Teheran mit Gegenschlägen (Symbolbild)Bild: Morteza Nikoubazl/NurPhoto/picture allianceDer
Iran droht mit Angriffen gegen US-Universitäten in der Region als Vergeltung für die mutmaßliche Bombardierung iranischer Universitäten. Wenn die US-Regierung wolle, dass die von ihr in der Nahost-Region finanzierten Hochschulen von Angriffen verschont blieben, müsse sie bis Montag die Bombardierung von Universitäten "verurteilen", zitierte die den
Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars eine Erklärung der iranischen Elitestreitmacht. Nach iranischen Angaben waren die Technische Universität Isfahan und die Universität für Wissenschaft und Technologie in
Teheran Ziel von Bombardierungen durch das US-Militär . Über mögliche Opfer gab es zunächst keine Angaben. An diesem Sonntag kommen auf Einladung Pakistans die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei in
Islamabad zu zweitägigen Gesprächen zusammen, um über eine Deeskalation des seit mehr als einem Monat andauernden Kriegs zu beraten.
Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem
Iran und hat sich seit der Ausweitung des Kriegs auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Konflikts angeboten.Pakistans Premierminister
Shehbaz Sharif hat sich im
Iran-Krieg als Vermittler in Position gebrachtBild: Alexander Kazakov/Sputnik/REUTERS Die Außenminister sollen auch Pakistans Premierminister
Shehbaz Sharif treffen. Dieser hatte nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit dem iranischen Präsidenten
Massud Peseschkian "Pakistans starke Verurteilung der anhaltenden Angriffe Israels auf den
Iran" bekräftigt. Zudem habe er ihn über Pakistans Bemühungen informiert, mit den USA, befreundeten Golfstaaten und weiteren islamischen Ländern einen Dialog aufzubauen. Die
Straße von Hormus bleibt für die internationale Schifffahrt ein gefährliches NadelöhrBild: Amr Alfiky/REUTERS Der
Iran lockerte derweil nach pakistanischen Angaben für bestimmte Schiffe seine Blockade der für die Energieversorgung wichtigen
Straße von Hormus. "Die iranische Regierung hat zugestimmt, 20 weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die
Straße von Hormus zu gestatten", teilte Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar mit. Nach seinen Worten werden täglich zwei dieser Schiffe die Meerenge passieren. Der Schritt wird von Beobachtern als vertrauensbildende Maßnahme gesehen. Der
Iran blockiert de facto seit Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf das Land am 28. Februar die Meerenge, über die große Teile des Öl- und Gastransports laufen. Die Preise für diese Energieträger sind in der Folge stark gestiegen. Die EU-geführte Marinemission "Aspides" warnte vor Angriffen der proiranischen Huthi-Miliz im Jemen auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im östlichen Golf von Aden. Schiffe könnten dort erneut ins Visier geraten, teilte die Marinemission mit. Dass die Huthi-Milizen nach wie vor eine Bedrohung darstellen, erfuhr Israel am Samstag. Zwei Angriffe der Huthis meldete Israel, das Militär betonte aber, eine Drohne und ein Marschflugkörper seien rechtzeitig abgefangen worden. US-Außenminister Marco Rubio sagte, der Einsatz im
Iran könnte "in wenigen Wochen, nicht in Monaten" abgeschlossen werden. Außerdem könnten die eigenen Kriegsziele ohne Bodentruppen erreicht werden. Kategorisch ausschließen wollte Rubio deren Einsatz aber nicht. Das israelische Militär wiederum will nach eigener Darstellung die iranische Waffenproduktion "in wenigen Tagen" weitgehend zerstört haben. Betroffen von dem
Iran-Krieg sind nach wie vor auch die Golfstaaten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach Angaben des Betreibers ein Metallwerk bei einem iranischen Raketen- und Drohnenangriff schwer beschädigt. In der Industrial Zone von Abu Dhabi sei eine nicht näher genannte Anzahl von Mitarbeitern verletzt worden. Aus Katar hieß es, das Golfemirat sei am Samstag Ziel eines Angriffs mit mehreren aus dem
Iran gestarteten Drohnen gewesen. Alle Drohnen seien erfolgreich abgefangen worden. haz/ust/se (dpa, rtr, afp)Die immensen Kosten des
Iran-KriegesTo view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video