Angriffe Israels und der Hisbollah Scharfe Kritik an Libanon-Eskalation Stand: 09.04.2026 • 08:16 Uhr Waffenruhe im Nahen Osten - aber nicht im Libanon? Diese Frage sorgt für neuen Streit. Die
UN und Frankreich verurteilen den jüngsten "Überraschungsangriff" Israels mit zahlreichen Toten. Die Terrormiliz Hisbollah feuert Raketen. Die libanesische Hisbollah-Miliz hat in der Nacht Raketen auf
Israel abgefeuert - zum ersten Mal seit Verkündung der Waffenruhe zwischen
Iran und USA. Am frühen Morgen sei der Kibbuz Manara im Norden Israels angegriffen worden, hieß es in einer Erklärung der Miliz. Der Angriff sei eine "Reaktion auf die Verletzung des Waffenruhe-Abkommens," durch
Israel, erklärte die Hisbollah. Die Gegenangriffe auf
Israel würden so lange fortgesetzt, bis die israelisch-amerikanische Aggression aufhöre.
Israel hatte am Mittwoch den nach eigenen Angaben "größten koordinierten Angriff" auf die Hisbollah seit deren Einstieg in den
Iran-Krieg verkündet. Demnach griff die Armee in der Hauptstadt
Beirut, im Osten sowie im Süden des Nachbarlandes mehr als 100 Kommandozentralen und Militärstützpunkte der Miliz an. Israels Verteidigungsminister
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Israel Katz sprach von einem "Überraschungsangriff", der Hunderte Hisbollah-Mitglieder getroffen habe. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens 182 Menschen getötet. Auch in der Nacht habe es weiter israelische Angriffe auf die libanesische Hauptstadt
Beirut gegeben, berichtete ARD-Korrespondentin Stella Männer aus dem Libanon. "Diese treffen eine Stadt, die wirklich noch komplett unter Schock steht", sagte Männer im ARD-Morgenmagazin. Am Mittwoch habe es ohne Vorwarnung bis zu 100 Angriffe binnen 10 Minuten gegeben, auch mitten im Stadtzentrum. Es sei ein nationaler Trauertag ausgerufen worden. Unterschiedliche Auffassungen über Waffenruhe im Libanon Die Angriffe auf die Hisbollah will
Israel weiter fortsetzen - denn über die Frage, ob der Libanon auch in die Waffenruhe-Vereinbarung fällt, herrscht keine Einigkeit. Die USA sehen den Libanon nicht inbegriffen. Dass der
Iran davon ausgehe, sei ein Missverständnis, sagte US-Vizepräsident
JD Vance. Auch Israels Premier Benjamin Netanjahu erklärte, die Waffenruhe gelte zwar für
Iran, aber nicht für Israels Einsätze im Libanon. Die USA und
Israel widersprachen damit auch Äußerungen aus
Pakistan, das in dem Konflikt als Vermittler auftritt. Die Libanon-Frage stellt die Waffenruhe auf die Probe - und
Israel erntet für seine schweren Luftangriffe vom Mittwoch auch internationale Kritik.
UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den israelischen Beschuss scharf: Er sei "zutiefst alarmiert über die steigende Zahl ziviler Opfer", hieß es in einer Mitteilung. Die anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon gefährdeten die Waffenruhe im
Iran-Krieg und die Bemühungen um einen umfassenden und dauerhaften Frieden in der Region, hieß es darin. Guterres fordere alle Parteien auf, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun angesichts der israelischen Angriffen die Solidarität Frankreichs aus. "Wir verurteilen diese Angriffe auf das Schärfste", so Macron. Sie stellten eine direkte Bedrohung für den gerade erzielten Waffenstillstand dar. Der Libanon müsse vollständig unter dessen Schutz stehen, forderte er. Dass Israels Angriffe auf den Libanon aber weitergehen, ist laut ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann angesichts der israelischen Rhetorik und dem Vorgehen der vergangenen Wochen "nicht überraschend". "Premierminister Netanjahu steht unter innenpolitischem Druck", sagte sie im ARD-Morgenmagazin. Er wolle Erfolge präsentieren - und seiner Bevölkerung signalisieren, dass er sich eine Waffenruhe von den USA nicht nur diktieren lasse.